Ivenacker Eichen

1000-jährige Eichen

Ivenacker Eichen <p>Ralf Hecker - Landesforst MV</p> Details anzeigen

Ivenacker Eichen

Ivenacker Eichen <p>Ralf Hecker - Landesforst MV</p>

Ivenacker Eichen

Die Ivenacker Eichen sind eine kultur- und naturhistorische Besonderheit, die ihresgleichen in Deutschland sucht. Sie sind keine Reste ehemaliger Urwälder, sondern Zeugnisse der im Mittelalter verbreiteten Landnutzungsform des Hude- (Hüte-) Waldes, die sich im Ivenacker Tiergarten über Jahrhunderte bis heute erhalten hat.

Die stärkste Eiche hat heute einen Durchmesser (in Brusthöhe) von 3,49 m und eine Höhe von 35,5 m, was ein Holzvolumen von ca. 180 Kubikmetern ergibt. Das Alter der Eiche kann nicht direkt ermittelt werden. Aus Jahrringmessungen kann aber geschlossen werden, dass ein Alter von ca. 1.000 Jahren als gesichert gelten kann. Die Eiche ist damit die stärkste und älteste lebende Eiche Deutschlands. Sie wird schon seit 100 Jahren auf Fotos dokumentiert.

Bei der Pflege und Erhaltung der Eichen durch das Forstamt Stavenhagen kommen grundsätzlich keine künstlichen Maßnahmen wie Baumchirurgie oder Ausmauern in Frage. Es werden vielmehr die natürlichen Bedingungen des Hudewaldes, unter denen die Eichen so alt geworden sind, weitgehend gewahrt. Eine einfache Barriere um die Eichen soll helfen, Bodenverdichtungen im Wurzelbereich sowie direkte Trittschäden an den Wurzelanläufen durch Besucher zu vermeiden.

Am Ende des ersten Jahrtausends nach Christus, als diese Eichen keimten, wurde das Gebiet bereits durch den slawischen Stamm der Wilzen genutzt. Waldweide war üblich. Man trieb Schweine, Rinder, Schafe, Ziegen und Pferde zur Futtersuche in die Wälder. Die ehemals geschlossenen Wälder sind durch den Verbiss der Weidetiere licht geworden und nur wenige breitkronige Buchen und Eichen, die durch ihre Früchte zusätzliches Futter für das Vieh lieferten, konnten sich entwickeln.


Das Weidevieh blieb dem Wald lange erhalten. Waren es zuerst slawische Siedler, so trieben vor 750 Jahren Hirten des Zisterzienserklosters aus Ivenack ihr Vieh hier in den Wald. Nach der Reformation (1555) gingen die Ivenacker Eichen in das Eigentum des herzoglichen Amtes Ivenack über. Im Jahre 1709 wurde das Amt Ivenack Rittergut. Kurze Zeit danach entstand der "Thiergarten", der bis zur Weltwirtschaftskrise 1929 Bestand hatte. Die Rolle des Weideviehs wurde vom eingegatterten Damwild übernommen. Damwild wird in Ivenack seit Ende des 17. Jahrhunderts gehalten. Nachdem das Tiergehege 1929 aufgelöst worden war, konnten plötzlich junge Bäume aufwachsen und der Charakter des Hudewaldes ging allmählich verloren. Im Jahr 1972 begann man den Tiergarten in einem kleineren Gatter, das wiederum mit Damwild besetzt wurde, neu entstehen zu lassen. Den Alteichen wurde durch sorgsames Beseitigen des Jungwuchses wieder Raum zum Wachsen gegeben.


Die alten Eichen sind Lebensraum für eine Vielzahl von Tieren. Auch Eulen, die Pate für das Naturschutz-Logo standen, übernachten in den Hohlräumen der Bäume.

 

Alte, dicke Bäume regen von jeher die Phantasie der Menschen an. So ist es auch in Ivenack. Um die Baumriesen ranken sich eine Vielzahl von Sagen und Geschichten. Einige der Sagen spielen auf das einst hier vorhandene Kloster an.


Die stärkste Ivenacker Eiche war sogar Motiv für eine Briefmarke, die zu einer Serie von fünf ausgewählten Naturdenkmälern gehörte. Die Eichen sollen bereits am Anfang des 19. Jahrhunderts so stark gewesen sein, dass man darin ein Pferd, nämlich den berühmten Schimmelhengst Herodot verstecken konnte. Wer im Ivenacker Tiergarten spazieren geht wird an dem Oszug auf das Lischengrab stoßen. Auch hierzu gibt es Geschichte(n).

Sagen

So wird erzählt, dass sieben Nonnen des Zisterzienserklosters Ivenack ihr Gelübde brachen und zur Strafe in Eichen verwandelt wurden. Nach 1000 Jahren wird die erste der Sieben erlöst und die Eiche stirbt ab. Hundert Jahre später wird die zweite der Nonnen erlöst, und so geschieht es alle 100 Jahre, bis alle Nonnen erlöst sind.

Eine andere Sage erzählt, dass sieben Nonnen im Schlaf von Räubern überrascht wurden und halbnackt in den Wald flohen. Am Morgen darauf schämten sie sich ihres sündhaften Anblicks und sie baten den Herrgott, dass er sie den Bäumen gleich im Walde schützen möge. Die Bitte wurde erhört; sie wurden in Eichen verwandelt.

Von der stärksten Eiche berichtet eine Legende, sie sei von einer Nonne gepflanzt worden, welche, obwohl sie bereits verlobt war, von ihren Angehörigen ins Kloster Ivenack gebracht wurde. Die Nonne hat ihren Verlobungsring um den zarten Stamm des Baumes gelegt. Seitdem habe der Ring an dem Wachstum der Eiche teilgenommen und halte den Stamm, wenn auch dem menschlichen Auge nicht sichtbar, noch heute umschlossen.

Herodot

Größtenteils auf Wahrheit beruht folgende Geschichte:
Am Anfang des 19. Jahrhunderts gab es im Ivenacker Gestüt den berühmten Schimmelhengst Herodot. Im Jahre 1806 wurde er vor den heranrückenden Franzosen in einer hohlen Eiche versteckt. Er verriet sich aber durch Wiehern, wurde herausgeholt und Napoleon ritt ihn als Leitpferd. 1814 brachte Marschall Blücher den Hengst nach Mecklenburg zurück.
Herodot wurde unter einer Eiche 1.000 m nördlich des Bahnhofes Stavenhagen begraben.

Oszug

Das aus dem schwedischen stammenden Wort Os bezeichnet einen schmalen, bahndammähnlichen Wallberg. Der Os im Ivenacker Tiergarten gilt mit seinen fast 40 km Länge und im Schnitt 2 - 4 m Höhe als einer der längsten, noch erhaltenen Oszüge Norddeutschlands. Er entstand während der Abtauphase in den Spalten des Gletschers durch Sand- und Kiesablagerungen.
Früher nutzten die Menschen den Sand und Kies aus den Osern für ihre Zwecke, so dass viele von ihnen verschwanden. Der im Tiergarten vorhandene Oszug soll der Nachwelt erhalten bleiben. Nicht nur als geologische Besonderheit, sondern auch weil sich das im Volksmund als "Lischengrab" bezeichnete Denkmal auf ihm befindet.

Lischengrab

Das "Lischengrab" entstand in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Dieses Denkmal ist ein künstlich angelegter, kreisrunder Hügel auf dem Oszug. 
Auf dem Hügel erinnern zwei Gedenksteine mit Inschrift in lateinischer und französischer Sprache an die unglückliche Liebe zwischen dem jungen Grafen aus Ivenack und Anna Elisabeth Gilo, Tochter des Statthalters in Grischow. Sie starb im Alter von 22 Jahren und wurde an der Kirche in Ivenack beigesetzt.

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Führung einer Schulklasse im Tiergarten mit dem Förster

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Führung einer Schulklasse im Tiergarten mit dem Förster

Die letzte Eiszeit verdrängte das Damwild aus Mitteleuropa in die wärmeren Regionen Vorderasiens. Nach der Eiszeit gelang es dieser Tierart nicht, ihre ursprünglichen Gebiete selbständig wieder zu besiedeln. Erst die Jagdleidenschaft der Fürsten im Mittelalter brachte das Damwild zurück. Vermutlich kam es über Dänemark nach Deutschland.
Daher wahrscheinlich auch der Name Dänwild - Danwild - Damwild.

Das Damwild bevorzugt als Lebensraum weiträumige, parkartige Laub- und Nadelwälder. Hier in den Ivenacker Eichen sind also ideale Lebensverhältnisse vorhanden. In freier Wildbahn wird Damwild etwa 15 Jahre alt. Wenn in den Monaten Oktober - November schnarchende Geräusche aus dem Wald ertönen, dann hat die Fortpflanzungszeit des Damwildes, die Brunft, begonnen. Ende Mai bis Anfang Juni stellt sich der Nachwuchs ein. In der Regel kommt nur ein Junges je Alttier zur Welt; Zwillinge sind die Ausnahme. Bis zum Herbst werden diese Kälber dann von ihren Müttern gesäugt.


Die Geweihe der Hirsche sind Imponierwaffen, sowohl zur Abschreckung von Rivalen als auch zum Beeindrucken der weiblichen Tiere. Jedes Jahr werden diese Schaufeln, die bis zu 4 Kilogramm schwer sein können, neu gebildet. Im Frühling fällt das alte Geweih vom Schädel ab. Danach bildet sich unter einer behaarten Hautschicht sofort ein neues, meistens stärkeres Geweih als das des Vorjahres. Ende August bis Anfang September ist die Geweihbildung abgeschlossen und die Haut darauf, der so genannte Bast, stirbt ab. Durch den damit verbundenen Juckreiz beginnt der Hirsch, an kleineren Bäumen oder Sträuchern zu schaben. Der Jäger nennt diesen Vorgang Fegen. Durch die Inhaltsstoffe der befegten Bäume und durch Blutreste färbt sich der ansonsten weiße Knochen des Geweihs braun bis fast schwarz.


In Ivenack wird seit Ende des 17. Jahrhunderts Damwild gehalten. Damals waren es bis zu 800 Stück in dem ersten Gatter, das im Jahre 1929 aufgelöst wurde. Seit 1974 ist das Gelände auf ca. 75 ha wieder eingezäunt. 70 bis 80 Stück Damwild leben nun im neu errichteten Gatter und tragen durch ihren Verbis an der Baumverjüngung dazu bei, dass der Hudewald-Charakter des Gebietes erhalten bleibt. Die Landesforstverwaltung Mecklenburg-Vorpommern, Forstamt Stavenhagen, betreut dieses Gebiet.

Lebendwildverkauf

Dam- und Muffelwild aus dem Tiergarten Ivenack 

Das Forstamt Stavenhagen verkauft für Zuchtzwecke und Blutauffrischung aus artgerechter und natürlicher Haltung:

  • 2-3jährige Muffelwidder sowie
  • männliches und weibliches Damwild aller Altersklassen

Das Muffelwild stammt aus guter Einkreuzung mit Lebendfängen aus Tschechien.

Damwild wird schon über 35 Jahre im Tiergarten Ivenack in einem Gatter auf einer Fläche von ca. 75 ha durch das Forstamt Stavenhagen gehalten.

Ansprechpartner: Reinhard Schumacher
Tel.: 0173 / 3012084 oder
mail: reinhard.schumacher@lfoa-mv.de

Hutewald und Waldmast

Überall dort, wo in früheren Zeiten Bauern sesshaft waren und Eichenwälder wuchsen, wurden Schweine mit Eicheln gemästet.
Nach Grimm (1885) ist „Mast" ein uraltes niederdeutsches Wort für alles Futter, von früher her eingeschränkt auf die als Speise dienende Baumfrucht, später als Sammelwort enger bezogen auf die Frucht der Eiche, Buche und Kastanie, aber vor allem auf Eicheln, wie sie den Schweinen zum Futter dienten.
Die in den Wäldern gemästeten Schweine spielten vom frühen Mittelalter bis in die Neuzeit für die Fleischversorgung der Bevölkerung eine bedeutende Rolle. Ausdruck dieser Bedeutung ist der Umstand, dass in Westeuropa in den hinter uns liegenden Jahrhunderten 61 katholische Heilige auf irgendeine Weise in Beziehung zu der Schweinezucht gestanden haben. So soll es in Deutschland mehr als 560 Orte geben, an denen allein der heilige Sankt Antonius als Beschirmer der Schweine verehrt wird.
Um eine übertriebene Nutzung der Waldbestände zu vermeiden, regelten zahlreiche Rechtsordnungen die Schweinemast im Walde. So wurde in der Dorf-Ordnung von Rotenschwil (1691) bestimmt, dass die Schweine erst am Ende des Herbstes auf den Allmenden zugelassen werden konnten, damit sie den Abriss und den Nachriss der Eicheln aufweiden konnten. Man unterschied damals dreierlei Nutzungsrechte des Eichelabfalls:
Dem Anriss als Anrecht auf geschüttelte Früchte eines Baumes, dem Abriss als Anrecht freiwilligen Abfall der Früchte und dem Nassriss als dem letzten im Spätherbst erfolgenden Eichelfall.
Vielfach war das sogenannte Eichelschwingen, das Herunterschlagen der Eicheln mit Knüppeln, strikt verboten, um Schäden in den Baumkronen und den Abfall unreifer Eicheln zu vermeiden. Die Mastmöglichkeiten wurden jedes Jahr in den Wäldern genau taxiert und die Anzahl der Schweine für die Mast festgelegt. 
Für die damaligen Grundbesitzer war die Verpachtung der Mastrechte ein lukratives, wenn auch ein sehr schwankendes Geschäft. Nur in ungefähr 60 von 100 Jahren war die Waldmast ertragreich, da sie ganz von den Witterungsverhältnissen abhängig war. In manchen Jahren war der Ertrag kaum nennenswert, in anderen dagegen übertraf er den Erlös vom verkauften Holz um das Drei- oder Vierfache.
Am Ende des 18. und im Anfang des 19. Jahrhunderts verliert die Eichelmast und damit die Bevorzugung der Eiche als Mastbaum an Bedeutung, weil durch verbesserte Dreifelderwirtschaft, besonders aber durch den sich rasch ausbreitenden Anbau der Kartoffel, die Schweinezucht auf eine rein landwirtschaftliche Futtergrundlage gestellt wird. 
Nach Jahrzehnten der Stallhaltung von Schweinen ist nicht nur der Schweinehirte aus dem Landleben verschwunden, sondern auch das Wissen über eine lange Zeit prägende historische Waldnutzungsform. 
Mit dieser Gatteranlage demonstriert die Landesforst Mecklenburg-Vorpommern das Bild von einem Waldkulturerbe welches schon vielfach in Vergessenheit geraten ist.

Schaugatter

„Unter Eichen wachsen die besten Schinken"

diesem Sprichwort konnten alte und erfahrene Metzger nur zustimmen. Wussten sie doch, dass Schweine, die in Wäldern herumlaufen und mit Eicheln gemästet wurden eine vollendete Delikatesse abgaben.
Der niederländische Dodonaeus, der spätere Leibarzt des deutschen Kaisers, schrieb 1554 in seinem Cruydt-Boeck, dass mit Eicheln gemästete Schweine ein festes und steifes oder hartes und keineswegs wässriges Fleisch erhalten. 
Dass Eichelmast einen sehr festen Speck von ausgezeichneter Qualität ergibt, bestätigt auch Albert Thaer (1812).
Noch heute bezahlen Feinschmecker ein beachtliches Sümmchen für den berühmten aus Eichelmast hervorgehenden Iberischen Pata Negra Schinken.
Auch den Ivenacker Turopolje-Schweinen stehen Eicheln fast jedes Jahr als erstklassiges Nahrungsmittel zur Verfügung. Der Erstbesatz dieser Gatteranlage erfolgte am 15. September 2011 mit einer Sau und 7 Ferkeln. Die Ferkel wurden am 13.August 2011 im Haustierpark Lelkendorf geboren.
Turopolje-Schweine zählen zu den besonders bedrohten alten Haustierrassen und haben ihren Ursprung in den kroatischen Save-Auen. Etwa 250 Jahre lang beweideten Turopolje-Schweine die Flussniederungen. Sie wurden in Auwälder und Uferwiesen getrieben, wo sie den Boden durchwühlen und als gute Schwimmer auch Wasserpflanzen abweiden und Muscheln knacken. Turopolje-Schweine gelten als besonders umgänglich und lassen sich kaum aus der Ruhe bringen. Sie eignen sich besonders gut für die Waldmast, sind sehr robust und kommen mit geringen Futtermengen aus. Das Fleisch eignet sich besonders für die Schinken- und Salamiproduktion. Die Sau ferkelt im Schnitt 3 Mal in zwei Jahren. Ein Wurf besteht meist aus 6 Ferkeln. In der Mast nehmen die Schweine pro 100 kg aufgenommenes Futter etwa 20 kg zu. Ein schlachtreifes Schwein wiegt ca. 250 kg und die Dicke des festen Specks kann bis 15 cm betragen.
Fast alle Turopolje-Schweine in Deutschland gehen auf nur 2 Zuchtpaare zurück , die während der Kriegshandlungen in Ex-Jugoslawien 1992 aus dem Niemandsland zwischen den Frontlinien der Kroatischen Armee auf der einen Seite des Flusses Save und den Serben auf der anderen Seite herausgeholt und nach Wien gerettet wurden. Als "lebende Genreserve" haben Turopolje-Schweine unter den Eichen im Ivenacker Tiergarten ein artgerechtes Refugium gefunden.

Ivenacker Eichen_07_Ralf Hecker.JPG <p>Ralf Hecker (Landesforst MV)</p> Details anzeigen
Ivenacker Eichen_07_Ralf Hecker.JPG <p>Ralf Hecker (Landesforst MV)</p>

Dank einer großzügigen Spende der Jost-Reinhold-Stiftung erstrahlt der Barockpavillon inmitten des Tiergartens seit Mai 2003 in neuem Glanz.

Der Pavillon beherbergt eine interaktive Ausstellung, die den Besucher auf eine Reise durch die Lebenszeit der Eichen entführt. Egal ob Jung oder Alt, wer staunt und liest, den Vogelstimmen und Geschichten lauscht, puzzelt, in den Eichhörnchenkobel klettert und im Meditationsnest verweilt, erfährt Interessantes über Waldglas und Streunutzung, über Wölfe und Hirsche, über Naturschutz und Jagd, über Waldrodungen und Ortsnamen, über Bäume in der Mythologie, Holzverwendung in der Vergangenheit und vieles andere mehr. 

Weitere Informationen

Preise, Öffnungszeiten und Kontakt

Ansprechpartner:
Landesforst MV
Anstalt des öffentlichen Rechts
Forstamt Stavenhagen
An den Tannen 1, 17139 Gielow
Tel.: 039957 / 298-0
Fax: 039957 / 298-15
Mail: stavenhagen@lfoa-mv.de 

Öffnungszeiten:
Der Tiergarten ist ganzjährig rund um die Uhr geöffnet.
Die Dauerausstellung im Barockpavillon zeigt sich vom 1.April bis 31.Oktober,
von 10:00 Uhr bis 18:00 Uhr (Montag bis Sonntag).

Eintrittspreise:
4 EUR für Erwachsene, Kinder bis 12 Jahre frei
2 EUR für Schüler ab 12 Jahren
3 EUR pro Person für Gruppen ab 15 Personen

8 EUR für die Jahreskarte
75 EUR für Standardführungen (2-3 Stunden) je Gruppe

Gruppenführung nach Anmeldung unter: 
Tel.: 0173/2472166 oder
mail: joerg.hellwig@lfoa-mv.de

Anfahrt

Waldpädagogische Angebote

Die Führungen im Bereich der Waldpädagogik sind für Schulen und Kindereinrichtungen kostenfrei. Der Zeitpunkt, Treffpunkt und Zeitdauer der Veranstaltung werden individuell abgesprochen. Eine Versorgung der Teilnehmer durch unser Cafe ist möglich. Für einen zügigen Ablauf sind Vorabsprachen notwendig.

Die Anmeldung zu den Führungen erfolgt unter reinhard.schumacher@lfoa-mv.de oder 
telefonisch unter 0173 / 3012084.

1. Führung zur Geschichte des Tiergartens

  • Infos zur Entstehung des Tiergartens
  • Nutzung des Waldes ( Hude )
  • Sagen um die alten Eichen
  • die Führung endet in der Ausstellung im Barockpavillon
  • der Treffpunkt, der Beginn und Zeitdauer der Führung können individuell festgelegt werden
  • nach Absprache können waldpädagogische Spiele mit in die Führung eingebaut werden

2. „ Unsere Sau hat Ferkel“

  • die Führung ist besonders für Kleinkinder geeignet
  • das Schaugatter liegt im Zentrum des Tiergartens und ist sehr gut zu Fuß und mit Kinderwagen, Bollerwagen zu erreichen
  • in der Nähe des Schaugatters befinden überdachte und freie Sitzgruppen die für ein Picknick genutzt werden können
  • die Kinder können die Turopoljerschweine aus nächster Nähe beobachten
  • die Kinder erhalten kindgerechte Infos zu den Tieren
  • in ca. 300 m Entfernung befindet sich ein Kinderspielplatz, der Barockpavillon, eine Toilette und ein Cafe
  • in die Führung können altersgerechte Spiele mit eingebaut werden   

3. Einfluss der Waldweide (Hude) und der Forstwirtschaft auf das Wuchsverhalten von Bäumen

  • den Teilnehmern wird der Einfluss der Waldweide und der Forstwirtschaft auf das Wuchsverhalten an konkreten Beispielen erläutert
  • die Teilnehmer erhalten die Möglichkeit Buchen von etwa gleichen Alter, gleichen Standort aber unterschiedlichen Wuchsbedingungen zu vermessen und zu vergleichen
  • den Teilnehmern werden die Auswirkungen in Bezug auf die Holzqualität an Anschauungsbeispielen deutlich gemacht
  • zur Auflockerung können Lernspiele mit in die Führung einfliesen
  • Zeitdauer ca. 1,5 Std.

4. Das Os eine geologische Besonderheit im Tiergarten- Ivenack

  • die Führung beinhaltet eine Wanderung auf dem Oszug
  • die Teilnehmer erhalten Infos zur eiszeitlichen Entwicklung der Region
  • auf die Entstehung des Oszuges wird besonders hingewiesen
  • die Schüler können die Entstehung des Oszuges spielerisch am Gletschermodell erlernen
  • die Verdrängung von Tier und Pflanzenarten werden mit den Teilnehmer spielerisch mit einbezogen (Unterschied Europa und Nordamerika)


5. Die Bedeutung der Baumarten Buche und Eiche früher und heute

  • den Teilnehmern wird die Verwendung der beiden Baumarten früher und heute 
     erläutert
  • z. B. Nutzung als Heil- und Nahrungsmittel
  • im Herbst besteht bei vorhandener Mast ( Eicheln, Bucheckern ) die Möglichkeit mit den Teilnehmern z. B.Bucheckernöl herzustellen
  • die Verbindung der Buchenstäbe zu den Buchstaben sowie Mythen um diese beiden Baumarten sind Führungsinhalt

6. Mit der Stammscheibe durch die Geschichte der Region

  • an einer ca. 350 Jahren alten Eichenscheibe wird den Teilnehmern Zeit sichtbar gemacht
  • die Jahrringe des Baumes werden mit Geschichtsdaten in Verbindung gebracht
  • gleichzeitig erlernen die Teilnehmer die Begriffe Kernholz, Splintholz usw.

7. Führungen zum Dam- oder Muffelwild im Tiergarten Ivenack

  • den Teilnehmern werden Lebensweise, Herkunft und Bedeutung der beiden Wildarten für den Tiergarten- Ivenack erläutert
  • das Wild kann im Tiergarten aus nächster Nähe beobachtet werden
  • die Geweihentwicklung beim Damwild kann durch zahlreiche Trophäen und Abwurfstangen sehr gut veranschaulicht werden

 

Information for english speaking visitors

The Thousand Years Old Oaks of Ivenack

The oaks of Ivenack present an exceptional feature of cultural and natural history not encountered once more anywhere else in Germany. They are not remnants of primeval forest but evidence of the wide-spread way the land was made use of as "Hudewald" (Huetewald), i.e. as pasturage, throughout the Middle Ages, which have survived in the deer park of Ivenack throughout centuries until present time.


At the end of the first millennium A.D. when these oaks had shot this area was already used by a Slavonic tribe named Wilzen. Forest pasturages had been usual practice. Pigs, cattle, sheep, goats, and horses were driven into sparse forests to eat their fill there. The forests became sparse because of the grazing livestock bit off the young shoots thus allowing groth of only a few beeches and oaks with wide treetops the beechnuts und acorns of which gave additional food for it.


Grazing livestock remained in the forest throughout a long time. Only its owners changed. Whereas Slavonic settlers were the first owners who had driven their livestock into the forest, so it were herdsmen of the monastery of the Cistercian Order in Ivenack who drove the livestock into the forest after 750 years. After the Reformation (in 1555) the oaks of Ivenack became proberty of the ducal authority in Ivenack. The deer park of Iveack was then founded in 1709 and existed until the world economic crisis 1929.


Fallow deer kept in preserve took over the role of grazing livestock then. Fallow deer has been kept in Ivenack since the end of the 17th century. After the deer preserve had been cancelled in 1929, young trees could suddenly grow up and the character of a "Hudewald" got lost at last. In 1972 development of a new deer park with a preserve of smaller size was started up which was restocked with fallow deer. The old oaks were given space for growth by careful removal of growing young trees.


The largest oak has a diameter of 3.49 meters (at chest height) and a height of 35.5 meters. That corresponds to a volume of wood of approximately 180 cubic meters. It is impossible to determine the age of that oak in direct way. But following the results of measurement of the annual rings, an age of 1.000 years can be estimated to be sure. That oak is thus the largest and oldest living oak in Germany. The other old oaks in Ivenack reach a diameter of 1.85 to 2.83 meters and heights of 15 to 31 meters.


Application of artificial means and measures such as tree surgery or brick lining of the oaks in the course of care and preservation are principally beyond for the forestry office Stavenhagen. Rather the natural conditions of the "Hudewald" under which the oaks achieved such age are preserved to a large extent. A simple barrier around the oaks shall help to avoid development of places of soil solidification in the root area as well as direct damage caused by walking visitors.