Forstpolitik

Die Forstliche Rahmenplanung dient der Ordnung und Verbesserung der Forststruktur und ist darauf gerichtet, die für die Entwicklung der Lebens- und Wirtschaftsverhältnisse notwendigen Funktionen des Waldes zu sichern. Sie ist das Instrument, um Ziele und Wege zur Walderhaltung, zur Waldentwicklung und zur funktionengerechten Waldbewirtschaftung für das Land Mecklenburg-Vorpommern zu formulieren. Forstliche Rahmenpläne enthalten -entsprechend der großräumigen Betrachtungsweise- allgemeine Leitlinien und Entscheidungshilfen für Planungen und Maßnahmen, die den Wald betreffen. Die in Text und Karten dargestellten Fakten zu Wald und Forstwirtschaft sowie die wesentlichen Entwicklungsziele finden nach Abwägung mit anderen Raumnutzungen Eingang in die Landesplanung, z. B. in das Landesraumentwicklungsprogramm oder die Regionalen Raumentwicklungsprogramme.
Als landesweites forstliches Fachgutachten wurde 2002 das Gutachterliche Waldentwicklungsprogramm für Mecklenburg-Vorpommern veröffentlicht. Es dient als langfristige Strategie im Umgang mit dem Wald. Es werden allgemeine Entwicklungsziele für den Wald formuliert sowie Empfehlungen für Waldbesitzer und die Forstwirtschaft im Land gegeben. Das Gutachtliche Waldentwicklungsprogramm enthält neben dem Textband landesweite Übersichtskarten zu den Themenbereichen Waldflächen/Waldflächenverteilung, Waldumbaupotenzial, Waldeigentum/Forstamtsstruktur, historische Waldflächenveränderung, ausgewählte Waldbeeinträchtigungen, ausgewählte Waldfunktionen sowie zum wuchsbezirksbezogenen Waldmehrungspotenzial.

Das Gutachtliche Waldentwicklungsprogramm wird auf der Ebene der Planungsregionen in M-V konkretisiert werden. Der Forstliche Rahmenplan für die Region der Mecklenburgischen Seenplatte ist in Bearbeitung.

Als fachliche Teilpläne liegen für Mecklenburg-Vorpommern flächenkonkret und landesweit die Waldfunktionenkartierung 2006 - (Maßstab 1:25.000) und die Waldmehrungsplanung auf naturräumlicher Grundlage - (Maßstab 1:50.000) vor.

Die Wälder in Mecklenburg-Vorpommern erfüllen vielfältige Nutz-, Schutz- und Erholungsfunktionen. In der Regel werden diese Waldfunktionen auf der gesamten Waldfläche erbracht. Lokal und regional können bestimmte Waldfunktionen jedoch eine besonders hohe Bedeutung haben. Die Darstellung dieser Waldfunktionen ist Aufgabe der Waldfunktionenkartierung. Sie erfasst die verschiedenen Funktionen der Wälder im Sinne einer Inventur, wobei nicht nur förmlich durch Rechtsverordnung ausgewiesene Flächen berücksichtigt werden, sondern auch diejenigen Bereiche, die ohne formale Bindung wichtige Schutzfunktionen erfüllen.

Die Waldfunktionenkartierung ist Aufgabe der forstlichen Rahmenplanung und wurde zum Stichtag 01.01.2006 fertig gestellt. Sie informiert die Öffentlichkeit, Waldbesitzer, Verwaltungen und Planungsträger über Wälder mit besonders bedeutenden Schutz- und Erholungsfunktionen. Sie stellt eine wichtige Arbeitsgrundlage der Forstbehörden dar, insbesondere:

  • bei forstbehördlichen Entscheidungen wie z. B. bei der Genehmigung von Kahlschlägen, Waldumwandlungen und Neuaufforstungen
  • bei Planungen einer Inanspruchnahme von Waldflächen, denn Träger öffentlicher Vorhaben haben die Waldfunktionen angemessen zu berücksichtigen
  • bei der Information aller Waldbesitzer über besondere Funktionen ihrer Wälder, damit diese bei der ordnungsgemäßen Waldbewirtschaftung beachtet werden
  • als wesentlicher Bestandteil der forstlichen Rahmenplanung
  • bei der Ausweisung von Schutz- und Erholungswäldern nach §§ 21, 22 Landeswaldgesetz M-V
  • bei der Ausrichtung forstlicher Förderprogramme (z. B. Waldumbau).

Ausführliche Informationen zum Thema Waldfunktionen mit Ausweisungskriterien und waldbaulichen Empfehlungen sind im Textband zur Waldfunktionenkartierung 2006  bzw. in unserer Broschüre "Was der Wald alles kann - Ergebnisse der Waldfunktionenkartierung" zu finden.

Kartenausdrucke sind im Maßstab 1:25.000 landesweit flächendeckend verfügbar und können über den Betriebsteil Forstplanung, Versuchswesen und Informationssysteme Schwerin (Ansprechpartnerin: Frau Treydte, Tel. 0385 / 6700 - 226) bestellt oder in den zuständigen regionalen Forstämtern eingesehen werden.

Publikationen entnehmen Sie bitte unseren Fachveröffentlichungen.

Erstaufforstung.JPG <p>Landesforst MV</p> Details anzeigen

Erstaufforstung

Erstaufforstung.JPG <p>Landesforst MV</p>

Erstaufforstung

Mecklenburg-Vorpommern zählt mit einem Waldanteil von etwa 23 % zu den waldärmsten Bundesländern Deutschlands. Die Waldmehrung dient der Verbesserung des Naturhaushaltes und ist ein Beitrag zur extensiven, ökologiegerechten Landnutzung. Insbesondere folgende Argumente sprechen für eine Erhöhung des Waldanteils in Mecklenburg-Vorpommern:

  • Wald speichert Kohlenstoff aus der Atmosphäre und trägt somit zum Klimaschutz bei
  • neuer Wald erhöht das nachwachsende Rohstoff- und Energiepotenzial kommender Jahrzehnte
  • neuer Wald schafft neuen Lebensraum für Tiere und Pflanzen und trägt zum Biotopverbund bei
  • neuer Wald verbessert die Schutzfunktionen und den Erholungswert der Landschaft
  • die Aufforstung von Agrarflächen führt zur Extensivierung der landwirtschaftlichen Produktion und wird im Rahmen der EU-Agrarpolitik gefördert.

Die Waldmehrung ist daher in Mecklenburg-Vorpommern erklärtes Ziel der Landespolitik (vgl. Landesraumentwicklungsprogramm 2005).

Zur räumlichen Differenzierung der Waldmehrung liegt landesweit eine Waldmehrungsplanung auf naturräumlicher Grundlage vor, die in Zusammenarbeit mit D. KOPP erstellt wurde. Hierzu wurde anhand der forstlichen Standorts- und Naturraumerkundung für abgegrenzte Naturraummosaike mit gleichen standörtlichen Bedingungen ein Bewaldungsziel (ist gleich Potenzial) hergeleitet, welches sich am langfristigen Bewaldungsziel von

30 % der Landesfläche orientiert. Dabei wurde die Eignung der Mosaike für die Landwirtschaft berücksichtigt und die Zielbewaldung entsprechend abgestuft. So nimmt beispielsweise die forstwirtschaftliche Nutzungseignung eines Naturraumes gegenüber der landwirtschaftlichen zu, je sandiger die Böden sind, je bewegter das Relief ist oder wenn die Böden als sehr trocken oder sehr nass charakterisiert sind.
Die Karten liegen im Maßstab 1:50.000 vor und können in den Forstämtern vor Ort eingesehen werden.

Bewertung von Eingriff und Ausgleich bei Waldumwandlungen nach § 15 LWaldG

Mit Schreiben vom 14.07.2015 hat das LU den Verfahrensvorschlag der Landesforst MV zur Bewertung von Eingriff und Ausgleich bei Waldumwandlungen nach § 15 LWaldG anerkannt. Das Verfahren entspricht den gesetzlichen Anforderungen nach § 15 Abs. 5 Nummer 1 LWaldG und ist fachliche Grundlage für die Anerkennung von Maßnahmen zum Ausgleich der nachteiligen Folgen einer Umwandlung nach § 15 Abs. 11 LWaldG. Die Verfahrensgrundsätze und die Methodik des Bewertungsmodells kommen ab dem 18.09.2015 in allen unteren Forstbehörden zur Anwendung. Die Antragsteller und Planungsbüros haben die Möglichkeit das Verwaltungshandeln nachzuvollziehen. Nach Eingang der Antragsunterlagen zur Waldumwandlungsgenehmigung mit Darstellung der Waldumwandlungs- und Ersatzaufforstungsfläche in einer Shape-Datei werden den Antragstellern die Berechnungsergebnisse zur Verfügung gestellt.

Bei Fragen wenden Sie sich gerne an Ihr regional zuständiges Forstamt oder das Fachgebiet Forsthoheit der Zentrale der Landesforst MV (Telefon: 03994 / 235 - 315) oder über unser Kontaktformular.