Waldbrandschutz

Karte der aktuellen Waldbrandgefahrenstufen in M-V

Vorsorgemaßnahmen und allgemeine Verhaltensregeln

Waldbrände werden zumeist durch fahrlässiges oder im schlimmsten Fall durch vorsätzliches Verhalten ausgelöst. In der langjährigen Statistik für Deutschland gehen nur 1-3 % aller Waldbrände auf natürliche Ursachen wie Blitzschlag zurück. Der Grund ist, dass Gewitter bei uns i.d.R. mit Niederschlag einhergehen und somit einzelne Blitzschläge gleich gelöscht werden. Da die meisten Brände durch fahrlässiges Fehlverhalten entstehen, sind Vorsorge- und Aufklärungsmaßnahmen unerlässlich.

Insgesamt ist alles zu unterlassen, was zu einem Brand in der Wald- und Feldflur führen könnte. Die gebotenen Vorsichtsmaßnahmen sind unbedingt einzuhalten. Dazu zählen:

  • Im und am Wald (Mindestabstand 50m) darf kein Feuer entzündet werden.
  • Rauchen Sie nicht im Wald und in der Feldflur!
  • Werfen Sie keine glimmenden Zigaretten aus dem Auto!
  • Aus betrieblichen Gründen anzulegende Feuer, im oder am Wald, sind bei der Forstbehörde und der Feuerwehrleitstelle mindestens 24 Stunden vorher anzuzeigen; Brandschutzauflagen ist unbedingt Folge zu leisten.
  • Das Befahren von nichtöffentlichen Waldwegen und das Parken von Fahrzeugen auf Waldwegen und trockenen Wiesen sind zu unterlassen.
  • Beim Bemerken von Bränden in Wäldern, Heideflächen und auch Mooren sollte jeder Bürger für eine schnellstmögliche Alarmierung von Feuerwehr (Notruf 112) oder Polizei (Notruf 110) sorgen.

Waldbrandgefahr in MV

Informationen zur Waldbrandgefahr in M-V

Mecklenburg-Vorpommern mit seiner Waldfläche von 558 Tausend Hektar gehört zu den waldbrandgefährdeten Gebieten in Deutschland. Vor allem in den großflächigen Kiefernwaldgebieten der Landkreise Mecklenburgische Seenplatte, Vorpommern-Greifswald und Ludwigslust-Parchim ist die Zündbereitschaft bei entsprechender Wetterlage besonders hoch.

Zur Information der Öffentlichkeit und zur Organisation der Vorsorgemaßnahmen werden in M-V Waldbrandgefahrenstufen durch die Forstbehörden festgesetzt. Als Basis dienen Daten des Deutschen Wetterdienstes (DWD), die täglich mit jahreszeizlichen Faktoren und der regionalen Waldgefährdung (Waldbrandgefahrenklassen) verknüpft werden.

Waldbrandgefahrenstufe entspricht
1 sehr geringe Gefahr
2 geringe Gefahr
3 mittlere Gefahr
4 hohe Gefahr
5 sehr hohe Gefahr


Waldbrandrisikogebiet (WBRG)
(bis 2016 Waldbrandgefahrenklassen - WBGKL -)

Die Wälder des Landes sind je nach Bestockungsstruktur und Klima wie folgt in 3 Waldbrandrisikogebiete eingeteilt:

Waldbrandrisikogebiet
entspricht
A Hohe Waldbrandgefahr
B Mittlere Waldbrandgefahr
C Geringe Waldbrandgefahr

Die revierweise Auflistung wurde gem. § 16 (1) WaldBrSchVO im AmtsBl. M-V 2017 S. 222 veröffentlicht. Eine Karte der räumlichen Verteilung der Waldbrandrisikogebiete nach Forstrevieren finden Sie am Endes des Absatzes.

Durch die Verknüpfung der Witterung und der örtlichen Gefahrenklasse kann nur in Forst- oder Nationalparkämtern mit einem überwiegenden Anteil an A - Gebieten die Gefahrenstufe 5 ausgelöst werden. Für die übrigen Gebiete (B und C) ist bereits die Gefahrenstufe 4 die höchstmögliche Gefahrenstufe!

Die Waldbrandgefahrenstufen drücken in Ihrer Abstufung v. a. die steigende Zündbereitschaft der Vegetation aus und liefern daher für die Vorsorge folgende Hinweise:

Allgemein gilt in Wäldern unabhängig von der Gefahrenstufe immer Rauchverbot und das Verbot zum Anlegen von Feuern im oder am Wald. Ausnahmen sind genehmigungspflichtig. Das Befahren von nichtöffentlichen Waldwegen ist untersagt.

Stufe 1: keine gesonderten Hinweise

Stufe 2: Beginn der Bereitschaftsdienste der unteren Forstbehörden; Präsentation der Gefahrenstufen im  Internet www.wald-mv.de und an den Forstdienststellen; Information der Sachgebiete Brandschutz der Landkreise und kreisfreien Städte;

Stufe 3: wie Stufe 2

Stufe 4: wie Stufe 3; zusätzlich: Beginn Rufbereitschaftsdienst LM, verstärkte Information der Öffentlichkeit, der Bundeswehr, des Lagezentrums des Innenministeriums, des Landesamtes für zentrale Aufgaben und Technik der Polizei, Brand- und Katastrophenschutz, der Bahnbetriebe und sonstiger Versorgungsbetriebe mit Trassennetzen im Wald. Ausnahmeregelungen zum Anlegen von Feuern werden nicht mehr erteilt. Sperrungen von Wäldern zum Betreten durch die untere Forstbehörde im Einvernehmen mit den Landräten möglich!

Stufe 5: wie vor, zusätzlich: nach Abstimmung mit dem Innenministerium und der Bundeswehr täglicher Austausch zur Lage und vorzuhaltender Mittel und Kräfte

Jahresgang der Waldbrandgefahr

Aufgrund der langjährigen Statistik gibt es witterungsbedingt zwei Spitzen der Waldbrandgefahr im Jahr:

1. Spitze März –April
Probleme in allen Wäldern:

  • hohe Zündbereitschaft der Vorjahresvegetation (so genanntes „Halmheu“) vor allem bei längerer Trockenheit und nach kalten Winterperioden
  • Verbrennen von Obstbaumschnitt und Reisig im oder am Wald im Monat März

i.d.R. Abnahme der Brandgefahr im Mai/Juni:
durch Laubaustrieb und das „Durchgrünen“ der Bodenvegetation.

2. Spitze Juli – August
Probleme v.a. in besonders gefährdeten Kiefernwäldern:

  • hohe Zündbereitschaft der Bodenvegetation nach der Grasblüte (so genanntes „Halmheu“) und das vor allem bei längeren Trockenperioden mit hohen Tagestemperaturen.
  • Selbstentzündungen von Munition
  • Brände bei der Getreideernte

Generell begünstigen neben einer warmen und trockenen Witterung eine Luftfeuchtigkeit von unter 40% sowie Windstärken über 5 die Zunahme der Zündbereitschaft

Maßnahmen zum Waldbrandschutz

Informationen