Waldgenerhaltung

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Buchenkeimling

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Die genetischen Ressourcen der Waldgehölze repräsentieren einen wesentlichen Bestandteil der biologischen Vielfalt der Wälder. Im Wesentlichen werden die Aktivitäten zur Waldgenerhaltung in die naturnahe Waldbewirtschaftung integriert. Sie richten sich auf einheimische Gehölze und auf Baumarten, die unabhängig von ihrer Herkunft eine forstwirtschaftliche Bedeutung haben. Die Landesforst arbeitet seit 1992 an einem Programm zur Erfassung, Erhaltung und nachhaltigen Nutzung der „Forstlichen Genressourcen“.

Programm zur Erfassung, Erhaltung und nachhaltigen Nutzung der „Forstlichen Genressourcen“

Seit 1992 wird in der Landesforstverwaltung Mecklenburg-Vorpommern im Rahmen des "Konzeptes zur Erhaltung und nachhaltigen Nutzung forstlicher Genressourcen in der Bundesrepublik Deutschland" an einem Landesprogramm zur Erfassung, Erhaltung und nachhaltigen Nutzung der Waldgenressourcen gearbeitet (Waldgenerhaltung).

Die bundesweite Initiative zu den Forstgenressourcen wurde 1985 als Folge der Diskussionen zu dem Waldsterben durch eine Entschließung des Bundesrates über „Maßnahmen zur Erhaltung der genetischen Vielfalt der Waldbaumarten“ sowie im gleichen Jahr durch Beschluss der Bundesregierung über die Fortschreibung des Aktionsprogramms „Rettet den Wald“ ausgelöst.

Vereinbarungen und Programme auf internationaler und europäischer Ebene haben die Bedeutung dieser Aufgabe wesentlich verstärkt. Die wichtigsten seien hier genannt:

  • Erhaltung der genetischen Ressourcen des Waldes“ (Resolution Nr. 2, Straßburg) Initiativen der Ministerkonferenzen zum Schutz der Wälder in Europa (MCPFE, Helsinki-Prozess)
  •  „Übereinkommen über die biologische Vielfalt“ (CBD)Konferenz der Vereinten Nationen über Umwelt und Entwicklung (UNCED)
  • „Europäisches Programm für Forstgenressourcen“ (EUFORGEN; Umsetzung Straßburg-Resolution) erarbeitet beim Internationalen Institut für Pflanzengenressourcen (IPGRI) in Zusammenarbeit mit der Welternährungsorganisation (FAO); koordiniert über Netzwerke bei Biodiverstiy International: www.bioversityinternational.org

Die internationalen Verpflichtungen zum Management der genetischen Ressourcen des Waldes werden insbesondere durch die Forst- und Naturschutzgesetzgebung sowie im Speziellen mit dem Gesetz zum Übereinkommen über die biologische Vielfalt (BGBl. II, 93, S.171) in nationale Regelungen umgesetzt.

Die zur Erhaltung der Waldgenressourcen notwendigen Maßnahmen werden in einer zu diesem Zweck eingerichteten Bund-Länder-Arbeitsgruppe „Forstliche Genressourcen und Forstsaatgutrecht“ koordiniert und abgestimmt.

Zur Umsetzung dieser Aufgabe werden alle Waldgehölze aus Sicht der Erhaltung der biologischen Vielfalt betrachtet. Ziel ist es, die Vielfalt der Gehölzarten des Waldes sowie die Vielfalt innerhalb dieser Baum- und Straucharten zu erhalten, für gefährdete Waldgehölze wieder lebensfähige Populationen herzustellen aber auch die genetischen Ressourcen der Waldbaumarten nachhaltig zu nutzen.

Mitte des Jahres 2003 wurde für die bis dahin in der Landesforst zur Waldgenerhaltung umgesetzten Maßnahmen eine Analyse durchgeführt. Auf deren Grundlage wurde ein Konzept mit dem Titel „Vorschläge zur weiteren Umsetzung des Programms zur Erfassung, Erhaltung, Vermehrung und nachhaltigen Nutzung der "Forstlichen Genressourcen" in M-V“, einschließlich Anlage, erarbeitet.

Als herausragendes Beispiel für die Arbeit mit diesem Papier seien die Untersuchungen zur Europäischen Schwarzpappel (Populus nigra L.) genannt.