Trockenheit im August beschleunigt Herbstverfärbung im Wald

Nr.08/2016  | 13.09.2016  | Wald-MV  | Wald M-V

In den Wäldern stehen plötzlich die Zeichen auf Herbst. Ursache für die frühe Blattfärbung ist die Trockenheit im August. Viele Wälder zeigen sich im September schon in bunten Farben. „Viel zu früh“, meinen viele Naturliebhaber und denken schon mit Wehmut an das Ende des Sommers. Im ganzen Land häufen sich die Beobachtungen von aufmerksamen Spaziergängern: „Der Wald verfärbt sich äußerst schnell. Manche Bäume wurden innerhalb weniger Tage dunkelbraun“, lauten die Erzählungen, die Förster Jens-Uwe Richter vom Forstamt Gädebehn zu hören bekommt.

„Die Ursache ist die anhaltende Trockenheit im August. Sie stresst manchen Laubbaum so sehr, dass er schon jetzt die ersten Blätter abwirft“, so Richter. Schlimm sei das allerdings nicht. Der Wald bereite sich auf den Winter vor. „Auffällig ist aber, dass der Farbwechsel der Blätter dieses Jahr sehr plötzlich begonnen hat. Der Wald hat angesichts des regenarmen Wetters seine Wasserreserven aufgebraucht“, erklärte der Revierleiter der Landesforst MV. „Im Juli war noch relativ viel Feuchtigkeit im Boden, aber seit einigen Wochen ist es richtig trocken“.

Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) lag die Temperatur in diesem Sommer in Mecklenburg-Vorpommern mit 17,8 Grad Celsius (°C) um 1,5 Grad über dem Mittel der internationalen Referenzperiode 1961 bis 1990. Mit Niederschlägen von gut 165 l/m² ist Mecklenburg-Vorpommern damit das zweittrockenste Bundesland. Insgesamt wurde eine Sonnenscheindauer von fast 640 Stunden erreicht. Auf Rügen schien die Sonne mit bis zu 780 Stunden bundesweit am meisten.

„Seit Mitte August ist bei uns kaum mehr Regen gefallen. Und der wenige Regen, ist sofort wieder verdunstet“, hat Förster Jens-Uwe Richter beobachtet. „Auch wenn viele Menschen die wunderschönen Spätsommertage so lieben: Die Natur dürstet nach Feuchtigkeit und die Bäume reagieren entsprechend.“

Die ausgeprägte Trockenheit und die sinkenden nächtlichen Temperaturen geben den Bäumen nun den Impuls zum Umschalten auf den „Herbstmodus“. Im Winter und vor allem bei Frost wird verfügbares Wasser oft knapp: Der Baum bekommt dann kein Wasser aus dem Boden und über die Oberfläche der Blätter würde zu viel Wasser verdunsten. Deshalb lässt der Baum im Herbst die Blätter fallen. Doch vorher entzieht er Ihnen noch wichtige Nährstoffe, darunter auch den grünen Farbstoff Chlorophyll, der das Licht für die Fotosynthese einfängt. Der für den Baum wertvolle Blattfarbstoff wird in Zweigen, im Stamm oder in den Wurzeln bis zum Frühjahr gespeichert. Deshalb kommen gelbe, orangene und rote Farbstoffe zum Vorschein, die im Frühjahr und Sommer vom Chlorophyll überdeckt wurden. Die Folge: Der Wald wird bunt.

Als erste kündigen in der Regel Birke, Ahorn und Esche den Herbst an. Die Buche ist eher ein Nachzügler: Sie verliert ihre Blätter oft erst zum Ende des Winters.