Landeswild- und Fischtage 2016: Gesunde Produkte direkt vor der Haustür

Nr.307/2016  | 23.09.2016  | Wald-MV  | Wald M-V

Bei den 16. Landeswild- und Fischtagen auf dem Schlosspatz Ludwigslust können sich Interessierte am kommenden Wochenende (24./25.09) über einheimische Wild- und Fischprodukte informieren. "Fisch und Wild aus heimischen Wäldern und Gewässern sind eine wahre Gaumenfreunde und eine gesunde Alternative noch dazu. Auch unterstützen wir mit dem Verzehr regionaler Produkte unsere einheimischen Fischer und Jäger", betonte Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus. Er wird die Veranstaltung am Samstag um 11 Uhr eröffnen.

Insgesamt 41 Aussteller, Händler und Wildbretanbieter werden ihre Produkte vor der historischen Kulisse des Ludwigsluster Schlosses präsentieren, darunter köstliches Wild, fangfrischer Fisch, deftige Räucherwaren, exzellente Wurst- und Schinkenspezialitäten, Wild und Fischprodukten, aber auch Bücher und Bilder zu Jagd und Fischfang sowie spezielle Ausrüstung für Jäger und Angler. An beiden Tagen können Besucherinnen und Besucher zudem beim fachgerechten Zerlegen und Zubereiten von Wild und Fisch zu sehen.

Mit der Veranstaltung soll den Naturprodukten Wildfleisch und Fisch aus heimischen Revieren mehr Beachtung geschenkt und die Besonderheiten dieser gesunden und urtümlichen Produkte herausgestellt werden, erklärte der Minister. Aussteller und Besucher können im persönlichen Kontakt maßgeblich voneinander profitieren: "Kunden erfahren, wo sie auch abseits der Veranstaltung wertvolle und handverlesene Produkte aus unserem Land bekommen. Aussteller haben hingegen die Möglichkeit die Bedürfnisse potenzieller Kunden kennenzulernen."

Insgesamt sind in Mecklenburg-Vorpommern mehr als 12.000 Jägerinnen und Jäger und etwa 100.000 Anglerinnen und Angler aktiv. Hinzu kommen die Binnenfischerei mit 36 Betrieben und 170 Beschäftigten, die Kutter- und Küstenfischerei mit 16 Betrieben und 160 Beschäftigten, sowie die Hochseefischerei. "Sie hegen unsere Wild- und Fischbestände, halten sie gesund, sichern deren natürliche Lebensgrundlagen und halten das kulturelle Erbe der Jagd und des Fischens hoch", kommentierte Minister Backhaus.

Im Jagdjahr 2015/16 (1. April 2015 bis 31. März 2016) wurden hierzulande insgesamt 132.969 Stück Schalenwild erlegt. Das Streckenergebnis liegt damit leicht über dem Durchschnitt der vergangenen 10 Jahre (131.718 Stück Schalenwild). Beim Rotwild wurden 7.991 Stück erlegt. Dieses Ergebnis ist seit Erhebung der Wildstatistik im Jahr 1972 der Höchstwert für M-V und liegt um 19 % über dem Durchschnitt der vergangenen 10 Jahre (6.719 Stück). Beim Damwild wurde ein Streckenergebnis von 12.261 Stück erzielt, das ist das zweithöchste Streckenergebnis der letzen 10 Jahre und zeigt den stetig steigenden Trend.

Die Rehwildstrecke bewegt sich mit 54.515 Stück im Jagdjahr 2015/16 seit Jahren auf einem gleichbleibenden Niveau und um ca. 8.500 Stück unter den Spitzenstrecken von 2008 bis 2010. Nach den milden Wintern von 2007 bis 2009 erreichte die Schwarzwildstrecke ein Rekordergebnis mit 75.866 Stück im Jagdjahr 2009/10. Danach lag die Strecke durchschnittlich bei rund 56.800 Stück. Streckeneinbrüche konnten immer im Zusammenhang mit der Frühjahrswitterung gesehen werden. Die günstige Witterung im Winter/Frühjahr 2015 sorgte wieder für einen Anstieg der Streckenentwicklung, so dass die aktuelle Jahresstrecke wieder auf 57.651 Stück gestiegen ist.

Insgesamt wurden in M-V im Jagdjahr 2015/16 4.000 t heimisches Wildbret erzeugt. Ein Großteil des Fleisches wird in den 23 für die Wildbearbeitung zugelassenen Betrieben veredelt. "Heimisches Wildfleisch, so Backhaus, erfreut sich einer immer höheren Beliebtheit. Da Wild in der freien Natur lebt, gelangen keine schädlichen Fremdstoffe wie Medikamente in das Fleisch. Das magere Muskelfleisch ist reich an Eiweißen und Spurenelementen." Auch besteche Wildbret durch seine Öko-Bilanz: "Wenn man die kurzen Wege zu den Bezugsquellen in der Region bedenkt, die lange Transportwege wie in der Nutztierhaltung überflüssig machen, dann sind die Vorteile von Wildbret unschlagbar."

Auch Fisch und Fischerzeugnisse kommen in Deutschland gerne auf den Teller. So liegt der Pro-Kopf-Verbrauch bundesweit bei etwa 14 kg, was rund 1 Mio. t entspricht. Dabei liegt der Selbstversorgungsgrad gerade einmal bei 22 %. Selbst in M-V - einem der gewässerreichsten Bundesländer - werden in der Binnenfischerei jährlich nur rund 500 t Fische gefangen. Der Grund: Die vorwiegend großflächigen Seen sind wenig ertragreich. In der kleinen Hochsee- und Küstenfischerei werden durchschnittlich zwischen 11.000 t und 14.000 t Fisch pro Jahr gefangen. Die Aquakulturproduktion gewinnt deshalb immer mehr an Bedeutung. 2015 wurden hierzulande rund 1050 t Fisch in Aquakultur erzeugt.