Landesehrenpreis für eine nachhaltige Forstwirtschaft in Dümmer verliehen

Nr.392/2016  | 21.12.2016  | Wald-MV  | Wald M-V

In der Forstscheune Dümmer wurde heute zum dritten Mal der Landesehrenpreis für eine nachhaltige Forstwirtschaft verliehen. Die Preisträger sind Peter-Heinrich Rabe, Landwirt und Waldbesitzer aus Borrentin (LK Mecklenburgische Seenplatte), Dr. Gottfried Gey, Landwirt und Waldbesitzer aus Vogelsang-Warsin (LK Rostock), sowie die Forstbetriebsgemeinschaft Zülow südwestlich von Schwerin. Sie wurden aus einer Jury von Forstexperten des Landwirtschaftsministeriums, des Waldbesitzerverbandes M-V und der Landesforstanstalt M-V ermittelt und erhalten ein Preisgeld von 1.000 €.

„Alle drei Preisträger haben sich durch besondere Leistungen im Sinne nachhaltiger Forstwirtschaft verdient gemacht, sei es durch Aufforstungen, den Erhalt seltener Baumarten, den Ausbau von Waldwegen oder auch die Vernetzung der Waldbesitzern untereinander. Mit ihrem ganz konkreten Engagement zeigen sie am besten, was vorbildliche nachhaltige Forstwirtschaft heute ausmacht“, betonte Forstminister Dr. Till Backhaus.

Rabe hat auf seinen landwirtschaftlichen Flächen in der waldarmen Region nordöstlich des Kummerower Sees seit 1992 rund 40 ha Wald mit standortgerechten Baumarten, wie Eichen und Roterlen, aufgeforstet und ist damit der größte „Erstaufforster“ in der Region. „Die Wald- und Gehölzinseln dienen als Trittsteinbiotop für zahlreiche Arten und werten die Umgebung landschaftsökologisch auf“, so der Minister.

Der Waldbesitz der Familie Gey umfasst rund 57 ha kleinflächig strukturierte Waldbestände. Seit vielen Jahren setzt sie sich auf dieser Fläche für die Wiederaufforstung abgestorbener Eschenbestände ein und treibt damit die Naturverjüngung voran. Auch pflanzt die Familie kleinflächig seltene Baumarten wie Weißtanne und Schwarznuß an. Darüber hinaus engagieren sich Gey und seine Söhne im Waldverein Bansow und bei der Organisation des Waldbesitzerstammtisches.

Die Forstbetriebsgemeinschaft Zülow bewirtschaftet rund 52,23 ha Gemeinschaftswald, davon überwiegend Laubwälder mit Buchen, Eichen, Roterlen und Edellaubholz. Große Teile des Jahreseinschlages werden in Form von Brennholz genutzt, das hauptsächlich an die Dorfbewohner abgegeben wird. Mit Hilfe von Fördermitteln wurden in den 90er Jahren instabile Nadelholzreinbestände durch Buchen und Eichen gestärkt.

„Wenn wir heute in Mecklenburg-Vorpommern auf einer Fläche von über 540.000 ha gesunde und ertragreiche Wälder vorfinden, dann ist dieses vor allem ein Erfolg nachhaltiger Forstwirtschaft“, sagte Backhaus abschließend. Das Umweltministerium stellte allein in 2016 1,8 Mio. € für Aufforstungen und Wegebau bereit.