Gesundheitszustand der Wälder Mecklenburg-Vorpommerns ist stabil

Landwirtschafts- und Umweltminister Dr. Till Backhaus gab heute auf der Landespressekonferenz in Schwerin die Ergebnisse der Waldzustandserhebung für das Jahr 2017 bekannt.

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Nr.161/2018  | 29.05.2018  | Wald-MV  | Wald M-V

„Der Gesundheitszustand der Wälder Mecklenburg-Vorpommerns ist insgesamt gut und im Trend der letzten Jahre stabil“, sagte Dr. Backhaus.
Seit dem Jahr 1992 wird nach einer bundesweit einheitlichen Methodik der Gesundheitszustand der Wälder in Mecklenburg-Vorpommern begutachtet. Bei der jüngsten Erhebung im Jahr 2017 wurde die Vitalität von insgesamt 2.520 Bäumen anhand ihres Kronenzustandes bewertet. Entscheidendes Kriterium ist der Blatt- oder Nadelverlust in der Krone, die so genannte Kronenverlichtung.
Nach der jüngsten Erhebung hat sich der Anteil der Bäume mit deutlichen Schäden – das betrifft Bäume mit über 25 % Kronenverlichtung – leicht von 15 % im Jahr 2016 auf 14 % im Jahr 2017 verringert.
Ein differenziertes Bild liefert die Angabe der mittleren Kronenverlichtung für die einzelnen Baumarten bzw. Baumartengruppen im Vergleich der Jahre 2016 zu 2017:
Bei der im Land weit verbreiteten Kiefer beträgt der mittlere Nadelverlust unverändert 18 %. Die Kiefer zeigt sich seit Jahren als recht stabil gegenüber Umwelteinflüssen.
Die Fichte profitierte offenbar von der günstigen Wasserversorgung im Jahr 2017. Ihr mittlerer Nadelverlust verbesserte sich gegenüber 2016 leicht um 1 %-Punkt auf 17 %.
Die Vitalität bei den übrigen Nadelbaumarten (Lärche, Douglasie u. a.) hat sich ebenfalls im Vergleich zu 2016 leicht verbessert. Der mittlere Nadelverlust aus der Inventur 2017 beträgt bei dieser Gruppe 12 %.
Bei den Laubbäumen ist das „Sorgenkind“ nach wie vor die Eiche. Mit einem mittleren Blattverlust im Jahr 2017 von
20 % – im Jahr 2016 waren es 21 % – bleibt die Eiche weiterhin die am stärksten geschädigte Baumart, berichtet der Minister. Auch bundesweit sei sie die am stärksten geschädigte Baumart. Auslöser dafür sind neben witterungsbedingtem Stress Fraßschäden von Insekten sowie Pilzbefall. „Weil es zeitlich begrenzte Erkrankungswellen bei der Eiche auch früher gab, hoffen wir  in den kommenden Jahren auf Erholung dieser für unsere Wälder so charakteristische Baumart“, sagte Minister Backhaus.
Erfreulich sei demgegenüber der weiter verbesserte Gesundheitszustand der Buche. Der mittlere Blattverlust ist gegenüber dem Jahr 2016 um 2 %-Punkte auf 15 % im Jahr 2017 zurückgegangen. „Das freut mich umso mehr, da die Buche bekanntlich von Natur aus die wichtigste Laubbaumart in unserem Land ist und sie von uns seit Jahren bei Waldumbaumaßnahmen besonders berücksichtigt worden ist“, betonte der Minister. 
Auch bei den übrigen Laubbäumen – also Erle, Birke, Esche und weiteren – verbesserte sich der Belaubungszustand gegenüber dem Jahr 2016 um 2 %-Punkte auf 16 % im Jahr 2017.

„Eine der größten Gefahren für unsere Wälder sehe ich heute im Klimawandel und besonders in den damit einhergehenden Witterungsextremen wie Stürme, Dürre und Überflutungen. Auch wenn es noch Kenntnislücken über Ausmaß und Tempo des Klimawandels gibt, wäre es unverantwortlich, wenn wir diese Entwicklung in ihrer Bedeutung für den Wald und die Forstwirtschaft nicht sehr ernst nehmen würden“, so Minister Backhaus. So haben zum Beispiel die Stürme Xavier und Herwart im Oktober des letzten Jahres mit Schwerpunkt im Südwesten des Landes eine Schadholzmenge von 285.000 m³ verursacht. „Ich bin froh, dass wir bereits vor gut 20 Jahren auf der Grundlage eines Waldbaukonzeptes mit den Umbau instabiler Wälder begonnen haben. Seitdem sind durchschnittlich jedes Jahr Bestände von rund 1000 ha durch aktiven Umbau in stabile Mischwälder überführt worden, erklärte er.

Ein zunehmend ernstes Problem für unsere Wälder stelle die Einschleppung bisher im Land unbekannter Schädlinge vor allem durch weltweiten Handel mit Holz und Pflanzen dar. Gelangen Krankheitserreger in Gebiete mit für sie neuen Wirtspflanzen, sind Epidemien nicht ausgeschlossen. So wurde vor etwa 25 Jahren ein Pilz aus Ostasien nach Europa eingeschleppt, der die heimischen Eschen meist innerhalb weniger Jahre zum Absterben bringt. In Mecklenburg-Vorpommern ist durch dieses sogenannte Eschentriebsterben bereits über die Hälfte Eschen-Anbaufläche durch Absterben der Bäume verloren gegangen. „Wir hoffen, dass es unserem 2016 gestarteten Forschungsprojekt, gefördert durch das Bundeslandwirtschaftsministerium, gelingt, über Züchtungsmethoden resistente Eschenpflanzen zu erzeugen, um so diese in vielerlei Hinsicht wertvolle Baumart zu retten“, schloss der Minister.
Der Waldzustandsbericht 2017 steht auf der Homepage des Ministeriums als PDF-Datei sowie unter http://www.wald-mv.de/Unser-Wald/Waldzustandserhebung/ zum Download bereit.