Forstliches Umweltmonitoring 

Menschliche Einflüsse auf den Wald, wie die historischen landwirtschaftlichen Landnutzungen Ackerbau, Waldweide, Streunutzung und seit Jahrzehnten anhaltender Stoffeintrag aus der Atmosphäre, haben zur Herausbildung eines Störungs- und Regenerationsmosaiks geführt, das das natürliche, häufig vielgestaltige Standorts- und Vegetationsmosaik der Wälder überlagert. Waldökosysteme sind in der Gegenwart überwiegend hoch dynamisch und teilweise sehr labil.

Für forstliche und umweltpolitische Entscheidungen bedarf die Gesellschaft über zuverlässige Informationen über den aktuellen ökologischen Zustand des Waldes und dessen Veränderung im Verlaufe der Zeit. Diese Aufgabe erfüllt das Forstliche Umweltmonitoring. Darüber hinaus leistet das Forstliche Umweltmonitoring Beiträge zur Klärung des Ursachenkomplexes Waldschäden-Umwelt-Nutzungseinflüsse und leitet aus den vorliegenden Daten Maßnahmeempfehlungen für den Schutz und die waldbauliche Behandlung der Wälder ab.

Das Forstliche Umweltmonitoring gewinnt Daten aus verschiedenen, hierarchisch aufgebauten Stichprobennetzen, die sich hinsichtlich der räumlichen und zeitlichen Auflösung sowie im Umfang der Datenerhebung sehr voneinander unterscheiden:

a) Auf der unteren Inventurebene (EU-Level I / flächendeckende National- bzw. Landesinventuren) werden im Raster 8 x 8 km oder 16 x 16 km Daten zur Waldgesundheit in niedriger zeitlicher Auflösung und mit eingeschränktem Parameterumfang erhoben. Auf diesen Erhebungsnetzen mit einer relativ hohen Flächendichte werden die Aufnahmen der Bundesweiten Waldzustandserhebung (WZE), der Bundesweiten Bodenzustandserhebung (BZE), des EU-Level-I-Programms und der Bodendauerbeobachtung-Forst (BDF-F) durchgeführt.

b) Auf der oberen Inventurebene (EU-Level II) werden auf zwei Intensivmessflächen in Mecklenburg-Vorpommern mit hoher zeitlicher Auflösung eine Vielzahl von Umwelt- und Waldzustandskenngrößen gemessen. Ziel ist es, nicht nur die Wirkungen und Schäden auf die Waldökosysteme zu erfassen, sondern ebenfalls deren Ursachenkomplexe.

Das forstliche Umweltmonitoring ist Bestandteil des "International Cooperative Programme on Assessment and Monitoring of Air Pollution Effects on Forests ( ICP-Forests)", welches im Rahmen eines UNECE-Übereinkommens (Genfer Luftreinhaltekonvention) agiert. Daten des Forstlichen Umweltmonitorings aus Mecklenburg-Vorpommern fließen in Bundes- und EU-Auswertungen ein. Die Aufnahmemethoden sind weitestgehend bundes- und europaweit abgestimmt.

Die Teilnahme an den EU-Umweltmonitoringprogrammen (Level-I und Level-II) wird durch die EU kofinanziert. Gegenwärtig werden die Kosten des europaweiten forstlichen Umweltmonitorings mit ca. 50% aus Mitteln des Förderprogramm Life+ über das Förderprojekt "Further Development and Implementation of an EU-level Forest Monitoring System " (FutMon) finanziert. Ziel von FutMon ist es, dass europäische Waldmonitoring in den 24 Teilnehmerländern weiter auszubauen und zu verbessern, um einen Beitrag zum Schutz der Waldökosysteme zu leisten. Genauere zu Informationen zum Europaweitem Waldmonitoring und deren Ergebnisse erhalten sie unter www.futmon.org!

Weitere Publikationen entnehmen Sie bitte unseren Fachveröffentlichungen.

aktueller Waldzustandsbericht PDF / 463 KB

Ansprechpartner

 
Logo
Waldbild
Totholz