
Geschichtlicher Exkurs
Am Ende des ersten Jahrtausends nach Christus, als diese Eichen keimten, wurde das Gebiet bereits durch den slawischen Stamm der Wilzen genutzt. Waldweide war üblich. Man trieb Schweine, Rinder, Schafe, Ziegen und Pferde zur Futtersuche in die Wälder. Die ehemals geschlossenen Wälder sind durch den Verbiss der Weidetiere licht geworden und nur wenige breitkronige Buchen und Eichen, die durch ihre Früchte zusätzliches Futter für das Vieh lieferten, konnten sich entwickeln.
Das Weidevieh blieb dem Wald lange erhalten. Waren es zuerst slawische Siedler, so trieben vor 750 Jahren Hirten des Zisterzienserklosters aus Ivenack ihr Vieh hier in den Wald. Nach der Reformation (1555) gingen die Ivenacker Eichen in das Eigentum des herzoglichen Amtes Ivenack über. Im Jahre 1709 wurde das Amt Ivenack Rittergut. Kurze Zeit danach entstand der "Thiergarten", der bis zur Weltwirtschaftskrise 1929 Bestand hatte. Die Rolle des Weideviehs wurde vom eingegatterten Damwild übernommen. Damwild wird in Ivenack seit Ende des 17. Jahrhunderts gehalten. Nachdem das Tiergehege 1929 aufgelöst worden war, konnten plötzlich junge Bäume aufwachsen und der Charakter des Hudewaldes ging allmählich verloren. Im Jahr 1972 begann man den Tiergarten in einem kleineren Gatter, das wiederum mit Damwild besetzt wurde, neu entstehen zu lassen. Den Alteichen wurde durch sorgsames Beseitigen des Jungwuchses wieder Raum zum Wachsen gegeben.
Die alten Eichen sind Lebensraum für eine Vielzahl von Tieren. Auch Eulen, die Pate für das Naturschutz-Logo standen, übernachten in den Hohlräumen der Bäume.