Nieder- und Mittelwaldwirtschaft

als waldbauliche Alternative für den kleineren Privatwald in Mecklenburg Vorpommern

Informationen zu einem neu angelegten und einem geplanten Nieder- und Mittelwald auf der Insel Rügen

Durch die Trockenperioden der letzten Jahre sind die Wälder in Deutschland geschwächt und gefährdet. Im Hinblick auf den Klimawandel und dem Biodiversitätsverlust ist es die wichtigste Aufgabe resiliente und angepasste Wälder zu schaffen. Es ist wichtig, dass alternative und wenig genutzte Baumarten (z.B. Schwarzpappel, Salweide, Zitterpappel, Baumhasel, Esskastanie) und Bewirtschaftungsformen Nieder-/ u. Mittelwaldwirtschaft erforscht werden, um gezielt - aber vielfältig - auf den Klimawandel und dem Biodi-versitätsverlust reagieren zu können.

Die Untersuchungen zum Mittelwald sind besonders interessant für den Kleinstprivatwald, denn hier kann der Mittelwald eine sinnvolle Alternative zum Hochwald darstellen. Besonders geeignet sind Flächen, die für eine effiziente Hochwaldbewirtschaftung innerhalb einer Waldbesitzergeneration zu klein sind, da die Produktionszeiten von 80-160 Jahren bei kleinerem Waldbesitz die Teilhabe und die Mitgestaltung an der Waldfläche einschränken. Dem entgegen steht die Möglichkeit der Teilhabe und der Mitgestaltung bei der Nieder- und Mittelwaldwirtschaft.

Im Nieder- und Mittelwald werden Wirtschaft und Naturschutz miteinander verbunden. In diesem dynamischen System wird eine dauerhafte Strukturvielfalt aufgebaut und erhalten. Die Folge ist eine hohe Biodiversität. Die Ökologischen Vorteile bieten darüber hinaus auch ökonomische Vorteile, denn durch ökologische Stabilität wird auch ökonomische Stabilität gefördert.

Der kombinierte Nieder- und Mittelwald kann für die stete Brennholzgewinnung genutzt werden und gleichzeitig Stamm-/ und Bauholz in relativ kurzen Produktionszeiten produzieren.
Um neue Erkenntnisse über den Nieder- und Mittelwald zu gewinnen, wurde in Mönkvitz im Jahr 2017 eine langfristige forstliche Versuchsfläche, zur Untersuchung dieser Waldformen angelegt. Eine zweite Fläche in Buschvitz folgt im Jahr 2020. In Zukunft sollen diese Flächen den jährlichen Brennholzbedarf der Privat-eigentümer decken und nebenbei auch noch Stammholz liefern.

Zudem erfolgt in Kooperation mit der Hochschule für nachhaltige Entwicklung in Eberswalde, waldwachstums-kundliche Grundlagenforschung. Es werden ertragskundliche Untersuchungen, Waldwachstumsmodellierung, Stamm- und Jahrringanalysen sowie hauptsächlich Biomasseuntersuchungen durchgeführt.

Eine besondere Bedeutung hat der bewirtschaftete Mittel- und Niederwald hinsichtlich verschiedener Belange:

  • Erhöhung der Biodiversität
  • Positive Auswirkungen auf den Naturhaushalt und das Landschaftsbild
  • Erhalt einer kulturhistorisch bedeutungsvollen Waldnutzungsform
  • durch rotierendes Einschlagssystem jährlich annähernd gleiche Holzerträge an Brennholz sowie Werk-/ und Bauholz auch auf kleinsten Flächen
  • Regionale Wertschöpfungsketten in Verbindung mit dezentraler Energieversorgung
  • Produktion von starkem Stammholz im Lichtwuchsbetrieb bereits schon nach 80 Jahren
  • Stärkt das ökologische Bewusstsein hinsichtlich der Zusammenhänge zwischen Nutzung und Schutz der Natur
  • Nieder- und Mittelwaldwirtschaft bedingt, dass viele wärme- und lichtliebende Gehölze und Kräuter und mit diesen bzw. mit lichten Wäldern assoziierte Tierarten in den Beständen sich wieder neu entwickeln können
  • anthropogen bedingten Nieder und Mittelwälder fördern die biologische Vielfalt in Waldökosystemen

Lage des Mittel- und Niederwaldes Mönkvitz (angelegt 2017)

Definitionen

Nieder-, Mittel- und Hochwald

Niederwald:
Im Niederwald wachsen Laubbäume, die fähig sind sich vegetativ zu verjüngen. Die Erneuerung des Waldes erfolgt nach der Ernte des Holzes über Stockausschlag oder Wurzelbrut. Stockausschlagsfähig sind i.d.R. Laubbaumarten u.a.: Eiche, Roterle, Hainbuche, Weide, Pappel, Robinie, Hainbuche, Edelkastanie u.v.m.. Die Produktionszeit ist abhängig vom Produktionsziel und liegt zwischen 5 und 40 Jahren je nach Ver-wendung von Weichlaub- oder Hartlaubholz. Das Holz wird als Brennholz oder als Werkzeugholz genutzt.

Wenn die Niederwaldfläche beispielsweise 10 Hektar groß ist, wird die Fläche in 15 annähernd gleich große Flächen eingeteilt, in 0,66 ha. Somit kann jedes Jahr eine 0,66 ha große Waldfläche genutzt werden. Dadurch liefert der Niederwald jährlich annähernd gleiche Holzerträge. Es wird Brennholz auf kleinster Fläche produziert. Das Einschlagsregime wandert jedes Jahr auf eine neue im Anschluss liegende 0,66 ha große Waldfläche. Durch dieses rotierendes Einschlagssystem wird die Produktionszeit bestimmt. In diesem Beispiel wären es 15 Jahre.

Mittelwald:
Der Mittelwald ist eine Mischung aus Nieder- und Hochwald. Der Mittelwald wird aus einer Unterschicht (i.d.R. aus Stockausschlag oder Wurzelbrut) und einer Oberschicht (aus Kernwüchsen-aus einem Samen gewachsen) gebildet. Die Nutzungsperiode ist abhängig vom Produktionsziel und liegt zwischen 15 und 40 Jahren. In der Regel beträgt die Nutzungsperiode 20 Jahre. Der Niederwald besteht in der Unterschicht, in dieser Schicht finden wir alle Baumarten wieder wie wir sie im Niederwald vorfinden. Über der Unterschicht steht ein lichter Schirm die sog. Oberschicht, das Alter der Oberschichtsbäume beträgt i.d.R. ein Vielfaches des Unterholzumtriebes. Das Oberholz besteht aus i.d.R. lichtdurchlässigen Laubbaumarten, es finden sich fast alle Arten von Laubholz als auch vereinzelt Nadelhölzer in der Oberschicht wieder.

Zum Beispiel: bei einer 20-jährigen Nutzungsperiode und einer Produktionszeit des Oberholzes von 100 Jahren besteht der Mittelwald aus 5 Schichten: eine Schicht Unterholz und 4 Schichten im Oberholz. Im Mittelwald wird neben Brennholz aus der Unterschicht auch Stammholz-/ Bauholz in den Oberholzschichten produziert.

Wenn die Mittelwaldfläche beispielsweise 10 Hektar groß ist, wird die Fläche in 20 annähernd gleich große Flächen eingeteilt, in 0,5 ha. Somit kann jedes Jahr eine 0,5 ha Waldfläche genutzt werden. Dadurch liefert der Mittelwald jährlich annähernd gleiche Holzerträge. Es wird Brennholz im Unterholz sowie Werk-/ und Bauholz im Oberholz auf kleinster Fläche produziert. Das Einschlagsregime wandert jedes Jahr auf eine neue im Anschluss liegende 0,5 ha große Waldfläche. Durch dieses rotierendes Einschlagssystem wird die Produktionszeit bestimmt. In diesem Beispiel wären es 20 Jahre.  

 

Hochwald:
Im Hochwald wird qualitativ hochwertiges Stammholz angestrebt. Die Bäume wachsen bis der Zieldurchmesser oder die Produktionszeit erreicht ist. Die Hochwaldbäume stammen i.d.R. aus Kernwüchsen (aus einem Samen gewachsen).

Erste Ergebnisse Literaturrecherche Nieder-/Mittelwald

Im Rahmen einer umfangreichen Literaturrecherche wurden die historischen Hintergründe untersucht und dargestellt. Zum einen wurde die Verteilung der Nieder- und Mittelwaldfläche in der Provinz Pommern herausgearbeitet. Zum anderen wurden die Angaben zur Baumartenverteilung und Stammzahlhaltung näher untersucht.

Mehr Informationen erhalten sie hier:

Quelle: Kuithan, C. (2019): Nieder- und Mittelwaldwirtschaft für den kleineren Privatwald als waldbauliche Alternative in Mecklenburg-Vorpommern.

Die vorliegenden Ergebnisse sind im Rahmen eines Dissertationsvorhabens im Fachgebiet Wald-wachstumskunde am Fachbereich für Wald und Umwelt der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde entstanden.

Ökologische und ökonomische Vorteile von Nieder- und Mittelwald

Im Nieder- und Mittelwald wird die Wirtschaft und der Naturschutz miteinander verbunden. In diesem dynamischen System wird eine dauerhafte Strukturvielfalt aufgebaut und erhalten. Dies hat eine hohe Biodiversität zur Folge. Die Ökologischen Vorteile bieten darüber hinaus auch ökonomische Vorteile, denn durch ökologische Stabilität wird auch ökonomische Stabilität gefördert.

Mehr Informationen erhalten sie hier:

Quelle: Kuithan, C. (2019): Nieder- und Mittelwaldwirtschaft für den kleineren Privatwald als waldbauliche Alternative in Mecklenburg-Vorpommern.

Die vorliegenden Ergebnisse sind im Rahmen eines Dissertationsvorhabens im Fachgebiet Waldwachstumskunde am Fachbereich für Wald und Umwelt der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde entstanden.

Versuchsfläche der Hochschule für Nachhaltige Entwicklung Eberswalde (HNEE)

In Kooperation mit dem Flächeneigentümern betreut die Hochschule für Nachhaltige Entwicklung Eberswalde und dort der Fachbereich für Wald und Umwelt, Fachgebiet Waldwachstumskunde die Versuchsflächen in Mönkvitz und Buschvitz.

Nähere Informationen zur Kooperation und zur Versuchsfläche erhalten sie hier:

Quelle: Kuithan, C. (2019): Nieder- und Mittelwaldwirtschaft für den kleineren Privatwald als waldbauliche Alternative in Mecklenburg-Vorpommern.

Die vorliegenden Ergebnisse sind im Rahmen eines Dissertationsvorhabens im Fachgebiet Wald-wachstumskunde am Fachbereich für Wald und Umwelt der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde entstanden.

Erste Ergebnisse Versuchsanlage Nieder-/Mittelwald Mönkvitz

Auf der Versuchsfläche in Mönkvitz erfolgten bereits Untersuchungen zum Lichtungszuwachs, zur Biomasse und zum Anwuchs Erfolg.

Hier finden Sie die Ergebnisse:

Quelle: Kuithan, C. (2019): Nieder- und Mittelwaldwirtschaft für den kleineren Privatwald als waldbauliche Alternative in Mecklenburg-Vorpommern.

Die vorliegenden Ergebnisse sind im Rahmen eines Dissertationsvorhabens im Fachgebiet Wald-wachstumskunde am Fachbereich für Wald und Umwelt der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde entstanden.

Nieder- und Mittelwald auf Rügen -Dumgenevitz/Buschvitz

Die Nieder- und Mittelwaldfläche in Buschvitz besteht aus vier nicht zusammenhängenden Beständen. Diese wurden in 19 jährliche Nutzungsflächen unterteilt. Nach dem 19. Jahr wird wieder die erste Fläche genutzt, es entsteht eine Rotation.

Mehr Informationen erhalten sie hier:

Quelle: Kuithan, C. (2019): Nieder- und Mittelwaldwirtschaft für den kleineren Privatwald als waldbauliche Alternative in Mecklenburg-Vorpommern.

Die vorliegenden Ergebnisse sind im Rahmen eines Dissertationsvorhabens im Fachgebiet Waldwachstumskunde am Fachbereich für Wald und Umwelt der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde entstanden.