FNR-Foerderprojekt THOR

Das Waldbrandschutzprojekt „Erarbeitung, Optimierung und Umsetzung von Präventions- und Nachsorgestrategien zum Schutz der Wälder gegen Waldbrände sowie zielgruppenspezifischer Wissenstransfer für eine praxisbezogene Umsetzung“ mit dem Kurztitel THOR ist ein aus zwei Teilvorhaben bestehendes Verbundprojekt. Gefördert wird es vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft sowie dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit über den Waldklimafonds bei der FNR (Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V.).

Das Teilvorhaben 1 „Vorbeugender Waldbrandschutz, Waldbrandnachsorge und Wissenstransfer in der praktischen Anwendung“ wird durch die Landesforst
Mecklenburg-Vorpommern (AöR) am Forstamt Kaliß bearbeitet und läuft über den Zeitraum
vom 1. Mai 2020 bis zum 30. April 2025.

Die Projektinhalte gliedern sich in fünf Arbeitspakete:

  • Waldbrandprävention
  • Waldbrandnachsorge
  • Waldbrandschutz auf munitionsbelasteten Waldflächen
  • Kontrolliertes Brennen für Natur- und Waldschutzzwecke
  • Wissenstransfer

Der Wissensstand zur Waldbrandprävention und Waldbrandnachsorge ist oft veraltet oder bereits verschwunden. Eine Sicherung und Bündelung des vorhandenen Wissens werden im Projekt durchgeführt. Ein bundesweiter Vergleich aller bisherigen Maßnahmen, Regelungen, Instrumente und Programme zur Vorbeugung und Nachsorge bei Waldbränden wird erfolgen. Die gesammelten Erkenntnisse werden auf heutige und zukünftige Praxistauglichkeit geprüft und anschließend zu Handlungsleitfäden entwickelt.
Aufgrund der teilweise stark munitionsbelasteten Waldflächen in Mecklenburg-Vorpommern soll der Einfluss von Munition auf Waldbrände analysiert und Spezialisten dieses komplexen Themenbereichs hinzugezogen werden. Für bundesweit verfügbare Maschinen, die unter den Begriff „geschützte Forsttechnik“ fallen, werden Einsatzmöglichkeiten am Forstamt Kaliß erprobt. Für alle weiteren waldbrandgefährdeten Flächen werden ebenfalls neue Optionen zum Waldbrandschutz betrachtet. Das kontrollierte Brennen ist als Verfahren für Natur- und Waldbrandschutzzwecke zu nennen. Eine Studie soll die künftige Anwendbarkeit dieses Verfahrens in Deutschland kritisch hinterfragen und auf Grundlage von messbaren Werten beurteilen.

Ein wesentlicher Schwerpunkt liegt bei der Einbindung aller relevanten Akteure (Forstwirtschaft, Feuerwehr, Katastrophenschutz, Munitionsbergungsdienst, Naturschutz und viele andere) in das Projektgeschehen. Ohne eine Verzahnung und Kommunikation aller Beteiligten ist ein effektiver Waldbrandschutz nur erschwert umzusetzen. Da Waldbrände zu 95% durch menschliches Handeln verursacht werden, ist die Sensibilisierung der Öffentlichkeit dringend erforderlich. Durch gezielte waldpädagogische Angebote, Schulungsmaterialien und Nutzung verschiedener zeitgemäßer Medien ist dieses Ziel erreichbar.

Die Leitung des Teilvorhabens 1 übernimmt Herr Jörg Schröder (Forstamtsleiter Forstamt Kaliß). Die Koordination des Verbundprojekts liegt bei Frau Dr. Ursula Rüping (Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt Mecklenburg-Vorpommern). Das Teilvorhaben 2 wird am Institut für Waldbau und Waldschutz an der TU Dresden bearbeitet. Die Leitung übernimmt Herr Prof. Dr. Micheal Müller.

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