Forschungskooperation und Projekte

FNR-Förderprojekt ResEsche

FNR-Förderprojekt ResEsche

Als Beispiel eines ökologisch wie ökonomisch sehr bedeutsamen Drittmittelprojektes soll das vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) geförderte Forschungsvorhaben „ResEsche“ nachfolgend kurz erläutert werden.


Gemeinsam mit dem Thünen-Institut möchte die Landesforstverwaltung Mecklenburg-Vorpommern bis zum Projektende, im September 2019, einen aktiven Beitrag zur Erhaltung der Gemeinen Esche (Fraxinus excelsior  L.) durch die Anlage einer Samenplantage bestehend aus Klonen mit hoher Resistenz gegenüber dem Eschentriebsterben leisten.


Hintergrund ist die akute Gefährdung der Eschenbestände in Deutschland und in weiten Teilen Europas. Auslöser für diese ernsthafte Bedrohung ist das neuartige Eschentriebsterben. Über Ascosporen werden zuerst die Blätter und dann die Triebe der Bäume befallen. Das Chalara-Triebsterben und der Befall der geschwächten Eschen durch Folgeschädlinge (u. a. Hallimasch und Eschenbastkäfer) führen häufig innerhalb kurzer Zeit zum Absterben der Bäume. Verursacht wird die Erkrankung durch die Nebenfruchtform Chalara fraxinea des Pilzes Hymenoscyphus fraxineus, der Anfang der 1990er Jahre aus Ostasien eingeschleppt wurde. Er ist an den dort heimischen Eschen-Arten (F. mandshurica, F. chinensis) zu finden, ohne wesentliche Krankheitssymptome auszulösen. In Mecklenburg-Vorpommern wurde die Erkrankung erstmals im Jahr 2002/2003 festgestellt (gleichzeitig Erstnachweis für Deutschland). Mittlerweile sind nahezu alle Eschenbestände des Bundeslandes vom Pilz befallen und erkrankt. Ein großer Anteil der hier ursprünglich auf über 16.000 ha vorkommenden Eschenbestände musste zur Minderung der mit dem Absterben einhergehenden Holzentwertung bereits kalamitätsbedingt genutzt werden. Eine direkte Bekämpfung des Pathogens ist nicht möglich. Es zeichnet sich aber ab, dass einige Eschen aufgrund ihrer genetischen Ausstattung widerstandsfähig gegenüber dem Pilzbefall sind. Somit besteht die Hoffnung, mit diesen Bäumen über eine evolutionäre Anpassung sowie gezielte Züchtung diese wertvolle heimische Baumart zu erhalten.


Abschließendes Ziel des Forschungsprojektes ist die Anlage einer Samenplantage zur Erzeugung von Eschen-Saatgut mit hoher Resistenz gegenüber dem Eschentriebsterben. Dafür werden in Mecklenburg-Vorpommern und teilweise angrenzenden Bundesländern in durch Hymenoscyphus fraxineus befallenen Beständen mit Hilfe eines Bonitierungsschlüssels etwa 300 Bäume ausgewählt, die keine oder nur in geringem Maße Schadsymptome zeigen. Aus diesem Pool wird nach durchgeführter Genotypisierung die Zuchtpopulation (ca. 80 Klone) für die Anlage der Samenplantage bestimmt. Populationsgenetische Untersuchungen auf Basis von Mikrosatelliten sollen klären, welche von den Genotypen die genetische Vielfalt im Projektgebiet repräsentieren. Darüber hinaus sollen Resistenztests unter kontrollierten Bedingungen (Labor, Gewächshaus) sowie im Feldversuch weiteren Aufschluss über den Resistenzstatus der Bäume geben. Ein molekularbiologischer Nachweis (diagnostische PCR) wird entwickelt und angewandt, um symptomlose oder symptomschwache Bäume auf latente Hymenoscyphus-Infektionen hin zu kontrollieren.


Die Leitung des Projektes übernahm Herr Dr. Röhe (Ministerium für Landwirtschaft und Ernährung MV), während die praktische Umsetzung durch das Thünen-Institut für Forstgenetik sowie das Forstliche Versuchswesen der Landesforst MV erfolgt.

Kontakt

Leiter des FNR-Forschungsprojektes „Erhalt der Gemeinen Esche … (ResEsche)“
Marco Schrader
Telefon: 0385 / 6700 - 190

Waldklimafond-Projekt FitForClim mit Folgeprojekt AdaptForClim

Waldklimafond-Projekt FitForClim mit Folgeprojekt AdaptForClim

Das Projekt „Bereitstellung von leistungsfähigem und hochwertigem Forstvermehrungsgut für den klima- und standortgerechten Wald der Zukunft – FitForClim und AdaptForClim“ ist ein bundesweites Verbundprojekt, das von dem Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft sowie dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit über den Waldklimafonds bei der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung gefördert wird.

Die Projektteile „FitForClim“ und „AdaptForClim“ sollen die zukünftige, nachhaltige Versorgung der Waldbesitzer mit hochwertigem Forstvermehrungsgut sichern. Auf Basis der biologischen Vielfalt sollen mit dem Projekt die Grundlagen für den Aufbau vitaler und leistungsstarker Waldbestände  geschaffen werden. Die ausreichende Vielfalt ist unverzichtbar, um die Wälder unter den Bedingungen des Klimawandels zukünftig mit stabilen und anpassungsfähigen Beständen erhalten zu können. Neben der Steigerung der Wuchsleistung, verbunden mit erhöhter Kohlenstoffbindung („Klimagas“), wird auch eine Qualitätsverbesserung des erzeugten Holzes verfolgt. Durch die Selektion entsprechender Bäume (Plusbäume) wird das in der Natur reichlich vorhandene genetische Material (Erbanlagen) für die Projektziele genutzt, ohne es dabei zu verändern.

Auf Grundlage einer Auswertung von langjährigen Versuchsflächen, Saatgutbeständen sowie weiterer vitaler und leistungsstarker Bestände zu den Baumarten Fichte, Gemeine Kiefer, Europäische Lärche, Japanische Lärche, Douglasie, Stiel-Eiche, Trauben-Eiche und Berg-Ahorn sollen in den zuständigen Institutionen der Bundesländer hochwertige Plusbäume erfasst, in Veredelungs-Sammlungen zusammengestellt und für den Aufbau zukünftiger Samenplantagen genutzt werden.

Im Rahmen des Projektes werden in Deutschland 4.200 Plusbäume ausgewählt, von denen aus  Mecklenburg-Vorpommern, entsprechend dem Waldanteil, 200 stammen.

Das Forstliche Versuchswesen, Sachgebiet Waldgenressourcen, der Landesforst Mecklenburg-Vorpommern ist in Kooperation mit dem Thünen-Institut in das Vorhaben einbezogen.

In Mecklenburg-Vorpommern wurden Veredlungs-Sammlungen für die ausgewählten Plusbäume von Douglasie, Kiefer und Bergahorn in den Forstämtern Gädebehn, Friedrichsmoor und Rothemühl angelegt. Sie befinden sich dort auf Flächen der Baumschule Gädebehn (KfN), der Stadtforst Parchim und des Reviers Löcknitz im Forstamt Rothemühl.

Die Leitung des Projektteils der Landesforst MV hat der Betriebsteil FVI, Herr Luboeinsky, die Zuständigkeit für die fachliche Leitung liegt beim Forstlichen Versuchswesen, Herrn Wolfgang Voth.

Weitere Details für das Gesamtprojekt können eingesehen werden unter:

Kontakt

Leiter des Sachgebietes Waldgenerhaltung und -naturschutz sowie Wildbestandsmonitoring
Wolfgang Voth
Telefon: 0385 / 6700 - 112

FNR-Förderprojekt InsHabNet

FNR-Förderprojekt InsHabNet

Erarbeitung, Optimierung und Umsetzung von Schutzstrategien für durch Lebensraumfragmentierung gefährdete Insekten-populationen mit Maßnahmen eines wirkungsvollen Biotopverbundes in und außerhalb von Wäldern.

Das durch das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft geförderte Projekt ermöglicht es der Landesforstanstalt M-V

  • mit einem umfangreichen Feldversuch die aus einer Fragmentierung von Wäldern resultierende Gefährdung wichtiger Insektengruppen zu ermitteln sowie wichtige Waldreststrukturen in waldarmen Landschaften zu identifizieren
  • Maßnahmen zur Verbesserung der Lebensraumsituation von Insekten unter besonderer Berücksichtigung der Vernetzung von Lebensräumen zu planen und beispielhaft umzusetzen
  • den aktuellen Wissensstand zu Insekten und deren Schutz für Forstleute und Waldbesitzer praxisgerecht aufzubereiten und zu vermitteln.

Für die Untersuchung der Auswirkungen der Waldfragmentierung wurden Wälder unterschiedlicher Größengruppen, Feldgehölze, Hecken, Alleen und Einzelbäume in einem zentral gelegenen Untersuchungsraum (Landkreis Rostock, Forstämter Güstrow und Schlemmin) Mecklenburg-Vorpommerns ausgewählt. Hier wird in den Jahren 2019 und 2020 das Vorkommen von Käfern, Stechimmen und Großschmetterlingen in den verschiedenen Strukturelementen analysiert. Lineare Strukturen wie Leitungstrassen und ihr Potential für biotopverbindende, insektenfördernde Maßnahmen sollen untersucht werden.

Der Untersuchungsraum südlich der Kreisstadt Güstrow ist zugleich Planungsraum und Erprobungsgebiet für die Umsetzung biotopverbessernder Maßnahmen im Wald.

Seit 1995 hat die Landesforst MV mit ihrem naturnahen Waldbauprogramm die Bewirtschaftung der Wälder darauf ausgerichtet, dass diese der Nutz-, Schutz- und Erholungsfunktion gleichermaßen gerecht werden. Im Rahmen des Projekts soll evaluiert werden, ob diese Maßnahmen der naturnahen Forstwirtschaft für die Erhaltung der Insektenvielfalt im Wald ausreichend sind oder ob zusätzliche Gesichtspunkte Berücksichtigung finden müssen.

Das Förderprojekt ist im Fachgebiet Forstliches Versuchswesen der Landesforstanstalt M-V angesiedelt und läuft über den Zeitraum vom 1. Januar 2019 bis zum 31. Dezember 2021.

Namhafte Wissenschaftler und erfahrene Artbearbeiter unterstützen das Projektteam bei seiner Arbeit.

Link zur FNR-Seite: https://www.fnr.de/index.php?id=11150&fkz=22013518

Kontakt

Leitung FNR-Förderprojekt InsHabNet
Susanne Poeppel
Telefon: 03994 - 235 - 207