Landeswaldschutzmeldestelle

Waldschutz-Merkblatt Nr. 14

Waldschutz bei Erstaufforstung

Startschuss für EU-Förderprogramm

Seidel: Europäische Idee vor Ort anschaulich praktiziert

Nr.341/08  | 21.11.2008  | WM  | Ministerium für Wirtschaft, Bau und Tourismus

Am Freitag ist das Programm zur grenzüberschreitenden Zusammenarbeit der Länder Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und der Republik Polen (Wojewodschaft Zachodniopomorskie) - INTERREG IV A - in Szczecin offiziell  gestartet worden. "Länderübergreifende Herausforderungen können gemeinsam angegangen werden. Bei dem Programm geht es vor allem darum Lücken zu schließen. Gleich, ob es sich da­bei um fehlende Infrastrukturen, wie beispielsweise  dem Bau von Brücken, um Märkte und Dienstleistungen wie die Verknüpfung von Universitäten, Unternehmen und Kunden oder um kulturelle und sprachliche Barrieren handelt. Mit dem Programm wird die europäische Idee vor Ort anschaulich praktiziert", sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus in Mecklenburg-Vorpommern Jürgen Seidel vor Ort.

 

Das neue Programm zur Fortführung der grenzübergreifenden Zusammenarbeit INTERREG IV A hat eine neue Qualitäts­stufe gestartet. "Es sind nur noch gemeinsame, also deutsch-polnische Projekte förderfähig. Der Fördersatz ist von 75 auf 85 Prozent angehoben worden", sagte Seidel. Unterstützt werden beispielsweise Infrastrukturmaßnahmen sowie Maß­nahmen zur Verbesserung der Umweltsituation, Maßnahmen zur Verstärkung der grenzübergreifenden Zusammenarbeit von Wirtschaft und Wissenschaft sowie Maßnahmen zur grenzüberschreitenden Kooperation in den Bereichen Gesundheit, Kultur und Bildung.

 

Für die Förderperiode 2007 bis 2013 stellt die Europäische Kommission den Programmpartnern Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und der Wojewodschaft Zachodniopomorskie insgesamt rund 132,8 Millionen Euro für grenzüber­schreitende Projekte zur Verfügung. "Mehr als ein Drittel der Mittel in Höhe von 48,8 Millionen Euro entfallen auf Mecklenburg-Vorpommern. Die langjährige grenzüberschreitende Kooperation der Länder kann fortgesetzt und weiter ausgebaut werden", so Seidel weiter (Brandenburg: 33,96 Millionen Euro, Woj. Zachodniopomorskie: 49,97 Mio. Euro).

 

"Die deutsch-polnische Grenzregion besitzt große Entwicklungspotentiale. Risikofaktoren für eine gute Entwicklung sind aber auch hier die voranschreitende Abwanderung, die demografische Entwicklung und der daraus resultierende Fachkräftemangel. Hier will das Programm helfen, neue Ideen für eine  Entwicklung der Grenzregion zu befördern", sagte Seidel.

 

Anmerkung

 

INTERREG ist eine Gemeinschaftsinitiative des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) zur Förderung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit in der Europäischen Union. Unterstützt werden strukturschwache Regionen. Die europäische territoriale Zusammenarbeit ist seit 2007 zum eigenständigen Ziel der Europäischen Kommission erhoben worden. Das vierte Programm stellt im Vergleich zu seinem Vorgänger einen wichtigen Qualitätssprung für die grenzübergreifende Zusammenarbeit dar. Projekte können nicht mehr isoliert für eine Region des Programmgebietes umgesetzt werden. Es müssen immer Partner beiderseits der Grenze in Kooperation einen Antrag stellen.

 

Die Zusammenarbeit wird dabei durch das neue Lead-Partner-Prinzip weiter verwoben.Für jedes Vorhaben ist ein federführender Begünstigter (Lead-Partner) zu benennen. Der Lead-Partner ist alleiniger Ansprech- und Vertragspartner für  die Koordinierung der Projektentwicklung, die Vollständigkeit und die Einreichung des Antrages, das Projektmanagement und das Berichtswesen sowie die Verwaltung der projektbezogenen EU-Mittel.

 

Zum Programmgebiet in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg gehören die Landkreise Rügen, Nordvorpommern, Ostvorpommern, Uecker-Randow, Mecklenburg-Strelitz, Demmin, Uckermark, Barnim und die kreisfreien Städte Stralsund, Neubrandenburg und Greifswald. Auf der polnischen Seite die Regionen Szczecinski und Koszalinski mit ihren 18 Landkreisen und den Städten Stettin, Swinemünde und Koszalin

 

Kontakt

Antragsberatung

c/o Kommunalgemeinschaft POMERANIA e.V.

Ernst-Thälmann-Straße 4, 17321 Löcknitz

Tel.: 039754 5290, Email: info@pomerania.net

Waldschutz_goelling_fengler_2_kessner.jpgDetails anzeigen
Waldschutz_goelling_fengler_2_kessner.jpg

Mitarbeiter der Landesforst MV vor Ort

Mitarbeiter der Landesforst MV vor Ort

Im Mittelpunkt der Arbeit steht das Waldschutzmeldewesen mit den Bestandteilen Waldschutzmeldedienst, Waldschutzberatung, Überwachung von Schaderregern und des Waldzustands, Prognose und Abwehr von Schäden sowie eine praxisorientierte Waldschutzforschung. 


Der Waldschutzmeldedienst sichert eine aktuelle Übersicht zum forstsanitären Zustand der Wälder in Mecklenburg-Vorpommern sowie die Herleitung von Prognosen zu Schadverläufen als Handlungsgrundlagen für Waldbesitzer und Forstbehörden. Die Beratung der Forst- / Nationalparkbehörden und Waldbesitzer schließt vor allem die Diagnose und die Abwehr von Schaderregern ein. Die Ergebnisse bewährter Überwachungsverfahren zum rechtzeitigen Erkennen von Gradationen der nadelfressenden Insekten, der Holz- und Rindenbrüter sowie der im Wald schädigenden Mäuse werden erfasst und für Prognosestellungen ausgewertet. Das Erfassen und Auswerten aller Waldbrände des Landes sind ebenfalls Bestandteile des Meldedienstes. Monatlich wird für alle Waldbesitzer eine aktuelle Waldschutzinformation zum Gesundheitszustand des Gesamtwaldes in Mecklenburg-Vorpommern herausgegeben.


Zur Dokumentation von Vitalitätsveränderungen der Waldbäume infolge von klimatischen Einflüssen, Schäden durch Insekten/Pilze und Immissionen liefern die raum- und zeitbezogenen Erhebungen des Kronenzustandes wertvolle Informationen. Das Sachgebiet Waldschutz führt jährlich die Waldzustandserhebung (WZE) auf einem systematisch angelegten, repräsentativen Stichprobennetz durch. Die Ergebnisse der Waldzustandserhebung werden jährlich im Waldzustandsbericht veröffentlicht. Die Waldzustandserfassung gehört zum forstlichen Umweltmonitoring und ist Bestandteil des "International Cooperative Programme on Assessment and Monitoring of Air Pollution Effects on Forests" (ICP-Forests ) der UNECE . Daten des Forstlichen Umweltmonitorings aus Mecklenburg-Vorpommern fließen in Bundes- und EU-Auswertungen ein. 


Zur Absicherung eines hohen wissenschaftlichen Leistungsstandards wird auf vertraglicher Basis mit dem Kompetenzzentrum Forst Eberswalde sowie mit dem Pflanzenschutzdienst Mecklenburg-Vorpommern als auch mit nationalen Fachgremien und anderen wissenschaftlichen Institutionen zusammengearbeitet. 
Ziel des Waldschutz ist Sicherung, Bewahrung und Mehrung stabiler, ertragsreicher Wälder in Mecklenburg-Vorpommern durch eine rechtzeitige, umweltschonende Schadensbegrenzung und vorbeugende oder überwiegend biologische Abwehrmaßnahmen.