Stellungnahme des Landwirtschaftsministeriums zur Presseerklärung der Hegegemeinschaft Schuenhagen - Franzburg

Nr.111  | 12.06.2019  | Wald-MV  | Wald M-V

Anfang April 2019 stellte das Forstamt Schuenhagen in Waldbeständen, die durch Witterungsextreme (Sommer-Hochwasser 2011 und Dürre-Sommer 2018) ohnehin bereits geschwächt waren, übermäßig hohe Verbissschäden in Laubholzverjüngungen fest, verursacht durch ungewöhnlich hohe Rotwildkonzentrationen. Bislang unternommene Waldschutzaufwendungen des Forstamtes hatten zu keinem Erfolg geführt, des Rotwild von den betroffenen Verjüngungsflächen fern zu halten.

Daraufhin stellte das Forstamt bei der unteren Jagbehörde einen Antrag auf Genehmigung des Abschusses von 3 Stück Rotwild der Jugend-Altersklasse während der Schonzeit, um eine weitere Ausbreitung des Schadgeschehens zu verhindern. Die untere Jagdbehörde hat nach Prüfung der Begründetheit und Notwendigkeit der Maßnahme die Anordnung des Abschusses von 3 Stück Rotwild der Jugendklasse - noch nicht geschlechtsreife Tiere - zur Verhinderung übermäßigen Wildschadens erteilt. Das LM stellte zu einem späteren Zeitpunkt fest, dass die Genehmigung auf eine Zuständigkeit im Landesjagdgesetz gestützt war, die nicht der unteren Jagdbehörde, sondern nur der obersten Jagdbehörde zustand, was durch das Erlassen eines eigenen inhaltsgleichen Bescheides geheilt wurde.

Der Antrag des Forstamtes und die erfolgte Abschusserlaubnis sind umfassend und rechtskonform begründet. Durch die Abschusserlaubnis von Stücken der Jugend-Altersklasse bleibt der Muttertierschutz unberührt. Die Jagdzeit auf Rotwild der Jugend-Altersklassen beginnt am 1. Juni und die aller weiterer Altersklassen am 1. August. Um den Muttertierschutz beim Rotwild zu gewährleisten, wurden lediglich Kälber des Vorjahres, die am 1. April in die Jugendklasse eingewachsen sind, zum Abschuss freigegeben. In Anbetracht des Gesamtabschussplanes der Hegegemeinschaft im Jagdjahr 2019/20 in Höhe von 145 Stück wird der Gesamtbestand nicht annähernd verringert. Die Abschusserlaubnis flankiert lediglich die weiteren Waldschutzmaßnahmen des Forstamtes.

Vor dem Hintergrund der Proteste des Vorstandes der Hegegemeinschaft in der Öffentlichkeit hat Minister Dr. Backhaus die Abschussanordnung noch vor Ablauf seiner Befristung aussetzen lassen und den Vorstand der Landesforstanstalt beauftragt, den Vorstand der Hegegemeinschaft zu einer Vor-Ort-Begehung einzuladen. Vom Ergebnis dieser Inaugenscheinnahme wird die weitere Vorgehensweise des Wald- und Wild-Managements in den betreffenden Waldbeständen abhängig gemacht.