Schülerinnen und Schüler können auf Waldentdeckertour gehen

Bildungsministerin und Forstminister schließen Vereinbarung über Waldpädagogik

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Schüler im Wald
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Nr.151/2019  | 04.09.2019  | Wald-MV  | Wald M-V

Grundschülerinnen und Grundschüler in Mecklenburg-Vorpommern sollen künftig mehr Unterricht im Wald erhalten. Bildungsministerin Bettina Martin und Forstminister Dr. Till Backhaus haben am Vormittag im Schulzentrum Dömitz eine entsprechende Erklärung unterzeichnet und neue Unterrichtsmaterialien vorgestellt. Der Landesverband MV der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald hat in Zusammenarbeit mit der Landesforstanstalt MV und Lehrkräften zwölf didaktische Bildungsbausteine entwickelt, die Grundschulen unterstützen sollen, Projekttage im Wald zu organisieren und zu gestalten.

„Umweltschutz und Nachhaltigkeit sind wichtige Zukunftsthemen, die natürlich auch Bestandteil von Unterricht an unseren Schulen sein müssen“, sagte Bildungsministerin Bettina Martin. „Wer Kenntnisse hat über Natur und Umwelt, kann sie auch besser schätzen und schützen lernen. Dazu gehört natürlich auch das Wissen über das Ökosystem Wald. Wir können gar nicht früh genug anfangen, das Bewusstsein dafür zu schaffen, wie wichtig der Lebensraum Wald für Pflanzen, Bäume, Tiere und uns Menschen ist. Dieses Bewusstsein erreichen wir bei Schülerinnen und Schülern am besten, wenn sie den Wald erleben. Mit den neuen Bildungsbausteinen Waldpädagogik geben wir den Lehrkräften viele gute Anregungen an die Hand, den Kindern den Lernort Wald nahezubringen “, so Martin.

Studien hätten aufgezeigt, dass sich knapp die Hälfte der Schülerinnen und Schüler in Deutschland nur noch sehr selten oder gar nicht mehr im Wald oder in der Natur aufhalten, ergänzte Forstminister Dr. Till Backhaus. „Mit Hilfe der neuen Unterrichtmaterialien geben wir Lehrerinnen und Lehrern das nötige waldpädagogische Rüstzeug an die Hand, um Kindern Respekt vor Natur und Umwelt und den verantwortungsvollen Umgang mit unseren natürlichen Ressourcen zu vermitteln. Unser Credo dabei ist: Lernen durch Erleben. Keine graue Theorie, sondern Neues erfahren mit allen Sinnen“, sagte er weiter. Die Grundschulen des Landes lud er dazu ein, von den neuen Bildungsangeboten umfassend Gebrauch zu machen. Die Unterrichtsmaterialien seien auf die Rahmenpläne Deutsch und Sachkunde abgestimmt, aber auch fächerübergreifend einsetzbar.

In den Forstämtern stehen auf Nachfrage fachkundige Begleiterinnen und Begleiter für die Waldbesuche der Schulen zur Verfügung. Lehrerinnen und Lehrer können die „Waldpädagogischen Bildungsbausteine“ auf dem Bildungsserver einsehen und dort herunterladen. 470 Ringordner mit den neuen Unterrichtsmaterialien werden in den kommenden Tagen an alle Grundschulen verteilt. Präsentiert wurden sie im Schulzentrum Dömitz, weil sich viele Schülerinnen und Schüler in Wald- und Umweltprojekten engagiert haben. Außerdem ist das Schulzentrum Dömitz BNE-Modellschule und hat die Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) in sein Schulprofil aufgenommen.