Wildschäden im Landeswald werden erfasst

Waldangepasste Wildbestände sind von Bedeutung für die Regenerationsfähigkeit des Waldes Details anzeigen
Waldangepasste Wildbestände sind von Bedeutung für die Regenerationsfähigkeit des Waldes
Waldangepasste Wildbestände sind von Bedeutung für die Regenerationsfähigkeit des Waldes
Waldangepasste Wildbestände sind von Bedeutung für die Regenerationsfähigkeit des Waldes
Nr.2020/03-1  | 31.03.2020  | Wald-MV  | Wald M-V

Gegenwärtig beginnt das Wildwirkungsmonitoring im Landeswald. Es ist die 6. Erhebung seit 2004. Auf Grund der witterungsbedingten Waldschäden ist die Überwachung waldangepasster Wildbestände von besonderer Bedeutung für die Regenerationsfähigkeit des Waldes. In zahlreichen Gebieten des Landes ist es daher notwendig, die Wildbestände stärker zu regulieren. Dabei geht es um den Schutz des Waldes und den Erhalt eines gesunden und artenreichen Wildbestandes in Mecklenburg-Vorpommern.

Beim Wildwirkungsmonitoring werden ein Drittel der Forstämter der Landesforstanstalt, insbesondere in den wildreichen Gebieten, in Hinblick auf den Wildverbiss und -schäle, das Abfressen der Baumtriebe und Abreißen der Rinde durch Wildtiere, beprobt. Insgesamt werden in 66 Revieren rund 3.300 Aufnahmepunkte untersucht, hierbei die Pflanzen gezählt und der prozentuale Anteil der durch Wild beschädigten Pflanzen ermittelt. Mit dem daraus entstehenden „Forstlichen Verbissgutachten“ kann die Qualität der Jungpflanzen und des späteren Waldes beurteilt werden. Die Ergebnisse dieser Aufnahmen zeigen auch die Höhe des Wildbestandes und dessen Verträglichkeit für den Wald an.

In den letzten 20 Jahren wurden im gesamten Land Mecklenburg-Vorpommern mit einer Jagdfläche von rund 2 Millionen Hektar zwei Drittel mehr Rotwild und drei Viertel mehr Damwild erlegt. Im Wald der Landesforstanstalt stieg die Rotwildstrecke von 952 (2010) auf 1.114 (2019) Stücken pro Jahr. Beim Damwild erhöhte sich die Strecke von 2.870 (2010) auf 3.077 Stücken. Ähnlich sind die Verhältnisse beim Rehwild. Hier stieg die Strecke von 8.651 (2010) auf 9.709 Stücken Rehwild pro Jahr. Diese steigenden Jagdstrecken sind ein Indikator für den stetig steigenden Wildbestand.

 

Gerade in den Zeiten des Klimawandels, in der auch die bislang als klimastabil angesehenen Baumarten wie etwa die Buche massiv davon betroffen sind, ist ein ausgewogenes Verhältnis von Wald und Wild von besonderer Wichtigkeit. Es gilt den Wildbestand im Rahmen der naturnahen Forstwirtschaft so zu regulieren, dass die Baumarten sich auch ohne Zaunschutz selbst verjüngen können. Da es im Rahmen der bisherigen Jagdzeiten nicht gelungen ist, dem Anstieg der Wildbestände entgegenzuwirken, bedarf es einer angemessenen Anpassung der Jagdzeiten.

 

Die Landesforstanstalt M-V ist die untere Forstbehörde für den Gesamtwald Mecklenburg-Vorpommers, sowie Eigentümer und Bewirtschafter von rund 193.000 Hektar Landeswald. Neben den betrieblichen Tätigkeiten, erfüllt die Landesforst M-V mit ihren rund 1.000 Mitarbeitern eine Vielzahl hoheitlicher Aufgaben, wie die Beratung und Betreuung von Privatwald, Naturschutz im Wald, Ausbildung, Waldpädagogik und Bildung für nachhaltige Entwicklung. Mit ihren 29 Forstämtern und 191 Revieren ist sie der bedeutendste Ansprechpartner zum Thema Wald vor Ort.