10 Jahre nach Sturmtief „Doris“ – artenreiche Mischwälder bilden ein neues Waldbild

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Einweihung des Gedenksteins
Einweihung des Gedenksteins
Einweihung des Gedenksteins
Nr.2020/06-2  | 17.06.2020  | Wald-MV  | Wald M-V

 Am 11. Juni 2020, genau 10 Jahre nach dem verheerenden Sturmtief „Doris“, wurde im Forstamt Karbow ein Gedenkstein eingeweiht und ein Baum gepflanzt. Im Rahmen der Veranstaltung wurden die schweren Waldschäden durch das Extrem-Wetterereignis im Juni 2010 in Erinnerung gerufen. Durch den Klimawandel kommt es zu einer Häufung extremer Wetterereignisse, die die Stabilität der Wälder gefährden.

 

Starkregen, Hagel und Gewitter wüteten vor genau 10 Jahren in Mecklenburg-Vorpommern. Die Bäume brachen zusehends und wurden zum Teil ganz aus dem Boden herausgerissen. Der Wald im Gebiet des Forstamtes Karbow hat stark unter den Windböen von über 100 km/h gelitten. Binnen 15 Minuten des Sturms sind 250 Hektar Wald im Forstamtsbereich verwüstet worden. Rund 42.000 Festmeter Schadholz mussten aufgearbeitet werden. Der Vorstand der Landesforstanstalt M-V, Herr Manfred Baum erinnert an die Leistungen, die innerhalb kurzer Zeit erbracht werden mussten. So haben zum Beispiel zweitweise 12 Harvester gleichzeitig auf den Flächen gearbeitet, um die enormen Schadholzmengen aufzuarbeiten.

Auf den ersten Blick eine Katastrophe, erwies sich dieses Ereignis jedoch als Chance. Es war möglich, den ursprünglich zum größten Teil aus Kiefern bestehenden Wald durch eine neue, artenreiche und stabile Waldgeneration zu ersetzen. 140 Hektar Wald wurden in den Folgejahren durch die Landesforst M-V neu aufgeforstet. Um diese Fläche – die so groß wie 196 Fußballfelder ist – wieder zu bewalden, wurden 1.024.000 junge Bäume gepflanzt. Die Gesamtkosten beliefen sich auf über 2,5 Mio. €. 10 Jahre später sind alle Flächen wieder bewaldet und es zeigt sich ein bunter, klimabeständiger und ökologisch wertvoller Mischwald.

Nun wurde in dem geschädigten Waldgebiet ein Stein mit einer Informationstafel aufgestellt, der an den Sturm, seine Folgen und den Einsatz, der bei der Wiederbewaldung geleistet wurde, erinnern und Waldbesucher über die jetzt vorzufindende Waldstruktur informieren soll. Neben dem Stein wurde zudem eine Esskastanie gepflanzt, die aufgrund der klimaresistenten Eigenschaften ein Symbol für den Waldumbau darstellen soll.