Sitkafichtenröhrenlaus schädigt Wälder in der Küstenregion

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Kahlgefressene Kronen durch die Sitkafichtenröhrenlaus
Kahlgefressene Kronen durch die Sitkafichtenröhrenlaus
Kahlgefressene Kronen durch die Sitkafichtenröhrenlaus
Nr.2020/07-02  | 14.07.2020  | Wald-MV  | Wald M-V

Die Sitkafichtenröhrenlaus befällt verstärkt die Sitkafichtenbestände in der Küstenregion. Rund 700 Hektar Sitkafichtenwälder in 5 Forstämtern verlieren ihre Nadeln.

 

Die Sonne scheint und die Besucher der Küste und Inseln des Landes tummeln sich am Strand. Jedoch führt der Weg zum Strand immer häufiger durch kahle braune Sitkafichtenwälder. Der Grund: Die Sitkafichtenröhrenlaus. Begünstigt durch das warme trockene Wetter, breitet sich die sonst eher selten in Erscheinung tretende Sitkafichtenröhrenlaus massenhaft in den küstennahen Sitkafichten aus. Sie befällt die Nadeln der Bäume und saugt diese vollständig aus, bis sie sich verfärben, absterben und zu Boden fallen. Die Fichten werden somit von innen heraus kahl. Zahlreiche Bäume sterben ab.

In den Forstämtern Neu Pudagla, Billenhagen, Schuenhagen, Bad Doberan und Poggendorf sind circa 700 Hektar – fast 980 Fußballfelder – Sitkafichtenwälder befallen. Gegenwärtig wird allein im Landeswald (rund 41% des Gesamtwaldes in Mecklenburg Vorpommern) von einer Schadholzmenge von 85.000 Festmeter Holz ausgegangen. Diese Holzmenge würde genügen um einen Wohnzimmerkamin rund 300 Jahre täglich zu befeuern. Der Vorstand der Landesforst MV, Herr Baum, versichert jedoch, dass trotz der Schädigung der Sitkafichten keine chemischen Bekämpfungen durchgeführt werden.

Der Vorstand weist insbesondere die Waldbesitzer darauf hin, Sitkafichtenbestände zu kontrollieren. Auf Grundlage einer einer Begutachtung der Sitkafichtenbestände im FoA Poggendorf, am 09.07.2020, empfiehlt er keine übereilte Holznutzung durchzuführen. In Abhängigkeit von der Witterung in den kommenden Monaten können sich die meisten Bäume wieder erholen. Nur wenn sich in den geschwächten Beständen ein zusätzlicher Borkenkäferbefall einstellt, ist sofort zu handeln. Die Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer können sich kostenlos von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Landesforst MV beraten lassen. Langfristig sollten Sitkafichtenbestände vorrangig mit Laubholz umgebaut werden. Hierzu stellt das Land Fördermöglichkeiten zur Verfügung.