Lehrreiche "Insektentage" für Forstwirtazubis der Landesforstanstalt MV

Insektentag des Projektes InsHabNet im Forstamt Rothemühl Details anzeigen
Insektentag des Projektes InsHabNet im Forstamt Rothemühl
Insektentag des Projektes InsHabNet im Forstamt Rothemühl
Insektentag des Projektes InsHabNet im Forstamt Rothemühl
Nr.2020/07-6  | 29.07.2020  | Wald-MV  | Wald M-V

Wie kann man die verschiedenen Käferfamilien unterscheiden? Wer hat die Galle auf dem Eichenblatt verursacht? Welche Bedingungen liebt eine Wildbiene? Diese und andere Fragen rund um das Thema "Insekten im Wald" kamen bei drei "Insektentagen" zur Sprache, die die Mitarbeiter des Projektes InsHabNet mithilfe der für die Ausbildung zuständigen Forstwirtschaftsmeister der Landesforstanstalt MV für die Forstwirtsazubis des 1. und 2. Lehrjahres Ende Juli veranstalteten. Mit dem erlangten Fachwissen können die Azubis nun schnell die Ursachen für Schadsymptome an Pflanzen feststellen und ihr Gefahrenpotenzial einschätzen. 

Am 21. Juli im Jugendwaldheim Loppin, am 23. Juli im Forstamt Güstrow und am 28. Juli auf dem Gelände der Samendarre in Jatznick verbesserten die Auszubildenden der Landesforstanstalt MV ihre Kenntnisse über die heimische Insektenwelt. Die Tage starteten mit Bestimmungsübungen, bei denen die Azubis Gelegenheit hatten, die theoretisch vorgestellten Merkmale selbst unter dem Mikroskop in Augenschein zu nehmen. Das Facettenauge einer Fliege, die beschuppten Flügel eines Kohlweißlings - was so relativ unspektakulär erscheint, wird erst bei der Betrachtung unter dem Mikroskop in seiner ganzen Schönheit sichtbar.

Besonders die Merkmale der einzelnen Käferfamilien wurden behandelt: Sind die Flügel verkürzt? Ist der Fühler gekniet? Ist der Kopf rüsselartig verlängert? Es ist nicht einfach, einen Käfer mit einem Bestimmungsschlüssel zu bestimmen. Aber mit etwas Übung kann man zumindest die richtige Käferfamilie oft auf den ersten Blick erkennen. Tagtäglich begegnen den Azubis der Landesforst MV bei ihrer Arbeit im Wald verschiedenen Pflanzengallen (Auswüchse an Pflanzenteilen). Da stellt sich die Frage, wer der Verursacher gewesen sein könnte: eine Gallwespe, eine Blattlaus, ein Pilz? Es gibt eine riesige Anzahl von Möglichkeiten und es lohnt sich genauer hinzuschauen. Mit dem richtigen Blick und dem erlangten Fachwissen, können die Azubis nun schnell die Ursachen für Schadsymptome an den Pflanzen feststellen und ihr Gefahrenpotenzial oder auch ihre Seltenheit einschätzen.

Wildbienen z.B. haben unsere ungeteilte Sympathie, aber man muss ihre Lebensweise verstehen, um ihren Bedürfnissen bei der Waldbewirtschaftung gerecht zu werden. Häufig sind sie auf ganz bestimmte Pflanzenarten spezialisiert, deren Pollen sie für die Versorgung ihrer Nachkommen benötigen. Sehr vielgestaltig sind auch ihre Ansprüche an Nistmöglichkeiten. Überhaupt unterscheidet sich ihr Leben erheblich von dem der allseits bekannten Honigbiene. Diese Ansprüche der Wildbienen an ihren Lebensraum waren ein weiterer Schwerpunkt der Insektentage. Viele unserer heimischen Wildbienen benötigen zum Nisten besonnte offene Bodenstellen, am liebsten mit aufrechten Kanten. Das eröffnete den Ausblick für die Tätigkeit der Azubis am Nachmittag: Im Jugendwaldheim Loppin legten sie einen kleinen Wildbienenhügel an. Im Bereich des Forstamtes Güstrow und des Forstamtes Rothemühl wurden bestehende Geländestufen freigeräumt und freigeschnitten und so für ungehinderte Sonneneinstrahlung auf die Steilwandabbrüche gesorgt. Außerdem fertigten die Jugendlichen mit Lehm, Schilfrohr und Holz Nisthilfen an, die in der Nähe von Wiesenflächen platziert wurden.

Jolanda Blumrich, Auszubildende des Forstamtes Jägerhof, berichtet begeistert: "Besonders den Abschnitt über die Wildbienen fand ich sehr interessant, da mir viele der gehörten Informationen neu waren. Der Bau des gemeinschaftlichen Insektenhotels hat auch Spaß gemacht - viele Gruppen bauten verschiedene Bestandteile und am Ende ergab alles ein Ganzes. Es war ein sehr informativer Tag und gibt uns einen weiteren Blickwinkel auf die Arbeit im Wald."