Lebensrettung heimischer Eschen-Bäume - Projekt "ResEsche" der Landesforst MV auf einem guten Weg

Krone einer vom Eschentriebsterben befallenen Esche Details anzeigen
Krone einer vom Eschentriebsterben befallenen Esche
Krone einer vom Eschentriebsterben befallenen Esche
Krone einer vom Eschentriebsterben befallenen Esche
Nr.2020/08-2  | 25.08.2020  | Wald-MV  | Wald M-V

Die Gemeine Esche unterliegt in ganz Deutschland und großen Teilen Europas der hochgradigen Gefährdung des Eschentriebsterbens. Auslöser hierfür: Ein kleiner unscheinbarer Pilz. Die Landesforst MV forscht daher seit Jahren in Kooperation mit dem Thünen-Institut an der Genetik der Esche - in dem Projekt "ResEsche". Im Rahmen dieses Projektes konnte eine Samenplantage aufgebaut werden, die in einigen Jahren die Gewinnung resistenten Saatguts ermöglicht.

 

Anfang der 1990er Jahre aus Ostasien eingeschleppt, verbreitet sich der Pilz (Hymenoscyphus fraxineus) in den vergangenen Jahren rasant. Erstmals wurde er 2002/03 in Mecklenburg-Vorpommern nachgewiesen, das bildete den Startschuss für die Verbreitung des Pilzes in ganz Deutschland. Zuerst werden die Blätter und Triebe der Eschen befallen, sind die Bäume erst vom Pilz geschwächt, kommen weitere Schaderreger wie Hallimasch und Eschenbastkäfer hinzu, die das Kambium – die Lebensadern – des Baumes zerstören. Binnen kurzer Zeit sterben die Bäume ab. Mittlerweile sind nahezu alle Eschenwälder in Mecklenburg-Vorpommern befallen. Das sind mehr als 16.000 Hektar. Ein Großteil hiervon musste dem Wald bereits entnommen werden. In den stark geschädigten Wäldern zeigt sich aber, dass einige Eschen noch sehr vital sind und kaum Schadsymptome aufweisen. Es zeichnet sich eine Widerstandsfähigkeit gegenüber dem zerstörerischen Pilz ab. So besteht die Hoffnung mit resistenten Bäumen durch gezielte Züchtung, dem Pilz trotzende Nachkommen zu gewinnen und so die Baumart Esche zu erhalten.

Hierzu wird während des Projektes "ResEsche" eine Samenplantage mit dem Erbgut von 140 ausgewählten widerstandsfähigen Bäumen, zur Erzeugung von Eschen-Saatgut mit hoher Resistenz angelegt. Dem voraus gehen eine Reihe von Tests in Laboren und Gewächshäusern zur Ermittlung des Resistenzstatus der auserwählten Eschen. Im März 2021 soll das Projekt abgeschlossen. Die Samenplantage mit den resistenten Jung-Eschen, die aus Gründen unerwünschter Fremdbestäubung weit jenseits existierender Waldflächen angelegt werden musste, wird noch einige Jahre intensiver Schutz- und Pflegemaßnahmen bedürfen, bis die gepfropften Pflanzen Saatgut produzieren. Die Pflege erfolgt durch die Mitarbeiter des Forstamtes Stavenhagen, die zusammen mit dem Forstlichen Versuchswesen dafür sorgen werden, dass aus diesem erfolgreichen Projekt in einigen Jahren gesunde und vitale Eschen in unsere Wälder ‚zurückkehren‘ können.

Hierzu, Herr Hecker, Leiter des Forstamtes Stavenhagen: „Ich freue mich sehr, dass wir mit diesem Projekt einen Beitrag leisten können, dass die ökologisch und wirtschaftlich so wertvolle Esche wieder eine Zukunft in unseren Wäldern bekommt.“