Waldbrandschutzprojekt THOR

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Mitarbeiter des Projektes THOR
Mitarbeiter des Projektes THOR
Mitarbeiter des Projektes THOR
Nr.2020/09-1  | 08.09.2020  | Wald-MV  | Wald M-V

Am 1. Mai 2020 startete das Waldbrandschutzprojekt „Vorbeugender Waldbrandschutz, Waldbrandnachsorge und Wissenstransfer in der praktischen Anwendung“ mit dem Kurztitel „THOR“ am Forstamt Kaliß. Es ist ein Verbundvorhaben mit dem Institut für Waldbau und Waldschutz an der TU-Dresden. Zwischenzeitig fand das Auswahlverfahren für die Projektbesetzung statt und der Vorstand konnte die neuen Mitarbeiter/-innen im Forstamt Kaliß begrüßen. Sodass sich ab sofort drei wissenschaftliche Mitarbeiter/-innen mit den Aufgaben rund um das Thema Waldbrandschutz befassen und das Projekt starten kann.

 

Spätestens seit dem Großbrand in Lübtheen im Juni 2019 ist das Thema „Waldbrandschutz“ in aller Munde. Wie und wodurch Waldbrände entstehen ist bekannt, aber der Wissensstand zur Waldbrandprävention ist oft veraltet oder bereits verschwunden. Eine Evaluierung und Sicherung des vorhandenen Wissens ist somit ein erster Schritt der Projektgruppe, um anschließend Handlungsleitfäden für die Praxis zu entwickeln. Der Vorstand der Landesforst MV erläutert weiter: "Der Großbrand bei Lübtheen führte vor Augen, welche Gefahren mit dem Klimawandel auch langfristig für den Wald verbunden sind. Das Projekt dient auch der Vorbereitung auf sich ändernde Witterungsbedingungen."

Aufgrund der teilweise stark munitionsbelasteten Waldflächen in Mecklenburg-Vorpommern sollen die Einflüsse von Kampfmitteln auf Waldbrände analysiert und Spezialisten dieses komplexen Themenbereichs hinzugezogen werden. Für bundesweit verfügbare Maschinen, die unter den Begriff „geschützte“ Forsttechnik fallen, werden Einsatzmöglichkeiten in der Modellregion „Griese Gegend“ im Forstamt Kaliß erprobt. Auch für alle anderen waldbrandgefährdeten Flächen werden neue Optionen zur Vorbeugung betrachtet, wie zum Beispiel das kontrollierte Brennen als Verfahren für Naturschutz- und Waldbrandschutzzwecke. Da der Einfluss des Klimawandels im Projekt berücksichtigt wird, soll auch ein internationaler Austausch mit Ländern, deren klimatische Bedingungen in Deutschland erwartet werden, stattfinden. Ein wesentlicher Schwerpunkt liegt bei der Einbindung aller relevanten Akteure, bestehend aus Forstwirtschaft, Feuerwehr, Katastrophenschutz, Munitionsbergungsdienst, Naturschutz und Öffentlichkeit, in das Projektgeschehen. Denn ohne eine Verzahnung und Kommunikation aller Beteiligten ist eine effektive Waldbrandprävention und Waldbrandnachsorge nicht zu realisieren.

Die gesammelten Ergebnisse und Erfahrungen des Waldbrandschutzprojektes sollen über die Landesgrenzen Mecklenburg-Vorpommerns hinaus Anwendung finden und in bundeseinheitliche Standards einfließen.

 

Weitere Information zum Waldbrandschutz der Landesforst MV unter: www.wald-mv.de