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Buchenvitalitätsschwäche in Mecklenburg-Vorpommern und im Norddeutschen Tiefland

Die Buche

ist seit jeher ein Symbol für den Wald in Deutschland. Als "Mutter des Waldes" dominiert sie weite Teile der mitteleuropäischen Waldlandschaft. Doch die zunehmenden Herausforderungen durch den Klimawandel stellen ihre Vitalität und ihre Zukunft infrage. Die Landesforstanstalt Mecklenburg-Vorpommern nimmt sich dieser wichtigen Fragestellung an und erforscht im Projekt BuVit die Zukunftsperspektiven der Buche im nordostdeutschen Tiefland.

Über das Projekt BuVit

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Das Forschungsprojekt BuVit (kurz für "Buchenvitalitätschwäche") untersucht die Vitalität der Rotbuche (Fagus sylvatica L.) im Kontext des Klimawandels und steigender Witterungsextreme. Das Projekt, das in dem Fachgebiet Forstliches Versuchswesen der Landesforstanstalt MV angesiedelt ist, arbeitet eng mit anderen Partnern aus Wissenschaft und Forschung zusammen.

Die Hauptziele von BuVit lassen sich in drei Kernfragen zusammenfassen:

  • Wie wird sich die Vitalität der Buche im norddeutschen Tiefland entwickeln?
  • Welche Standorte eignen sich auch künftig für die Buche?
  • Welche forstwirtschaftlichen Strategien können angewendet werden, um die Buche in den Wäldern der Region zu erhalten?

Um diese Fragen zu beantworten, greift das Projekt auf verschiedene Forschungsmethoden zurück.

Forschungsmethoden im Überblick

Forstamtsabfrage und Fernerkundung: Nach den Dürrejahren 2018 und 2019 wurden die Schäden an Buchenbeständen in Mecklenburg-Vorpommern durch eine landesweite Abfrage in den Forstämtern sowie durch die Auswertung von Satellitendaten (Sentinel-2) erfasst. Die Kombination beider Methoden ermöglichte eine detaillierte und flächendeckende Untersuchung der Vitalität.

Baumpaaranalysen: Um der Frage nachzugehen, warum in manchen Beständen einzelne Buchen absterben, während ihre direkten Nachbarn gesund bleiben, wurden sogenannte "Baumpaare" untersucht. Dabei wurden Wachstumsmuster (Jahrringanalysen) und die genetische Ausstattung von geschädigten und vitalen Buchen, die direkt nebeneinanderstanden, verglichen.

Waldwachstumskundliche Versuchsflächen: Die langfristigen Versuchsflächen dienen ganz besonders dazu, veränderte Klimabedingungen und deren Wirkung auf den Wald zu beobachten. Im Projekt BuVit wurden die in Deutschland befindlichen Durchforstungsversuche zur Buche zusammengetragen. An den bis zu 150jährigen Zeitreihen wird geschaut inwieweit sich die Mortalität der Rotbuchen verändert hat und wie stark der Mensch das natürliche Mortalitätsregime beeinflussen kann.

Erste Ergebnisse: 
Das Projekt ist 2020 gestartet und hat kein festgeschriebenes Auslaufdatum. Die gewonnenen Erkenntnisse fließen direkt in wissenschaftliche Beiträge. Folgend ist eine Auflistung von bisher erschienen Arbeiten.
(Gehlhar et al., 2023; Leinemann et al., 2021; Schröder et al., 2021; Thurm et al., 2024; Thurm et al., 2023; Thurm et al., 2022)

Kontakt

Leiter des Sachgebietes Waldbau und Waldwachstum
Dr. Eric Thurm
Telefon: 0385 / 6700 - 141

Publikationen und Dokumente

Publikationen

Klemmt, Eusemann, Hahn, Kätzel, Kühling, Langer, Mund, Reiter, Sanders, Thurm (2023): Die Zukunft der Rotbuche in Mitteleuropa

in: AFZ-DerWald, Heft 15/2023

Gehlhar, U., Thurm, E. A., Martin, J. & M. Jansen (2023): Großräumige Erfassung des Schadgeschehens an Rotbuche in Mecklenburg-Vorpommern nach den Dürrejahren 2018 und 2019

in: immergrün forschung, Heft 2023/1, S. 16-21

Thurm, E.A., Jansen, M., Jütte, K., Martin, J., Voth, W., Gehlhar, U. (2022): Die Buchenvitalitätsschwäche in Mecklenburg-Vorpommern

in: AFZ-Der Wald 11/2022: 19-23.

van der Maaten, E.; Stolz et al. (2024): Long-term growth decline is not reflected in crown condition of European beech after a recent extreme drought

in: Forest Ecology and Management