HydroForMix

Die Herausforderung
HydroForMix – Bewirtschaftung von Stieleichen-Mischwäldern (Mixed Forests) auf Nassstandorten (hydromorph) – ist ein Verbundprojekt aus drei Teilvorhaben mit den Verbundpartnern Landesforst Mecklenburg-Vorpommern, Universität Rostock und der Universität Greifswald. Gefördert wird das Vorhaben durch die Fachagentur Nachwachsender Rohstoffe (FNR) des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft über einen Zeitraum von fünf Jahren (2022 – 2027).
Aufgrund ihrer ökologischen und hydrologischen Besonderheiten ist die Bewirtschaftung von Wäldern auf Nassstandorten waldbaulich und technisch sehr anspruchsvoll. Die Grund- oder stauwasserbeeinflussten Böden bilden vor dem Hintergrund des Klimawandels einen wichtigen Wasserspeicher aber auch die Kohlenstoffbindung dieser Böden ist deutlich größer als von nicht-grundwasserbeeinflussten Böden. Die Baumartenwahl muss hier besonders ökophysiologisch fundiert sein, denn die Arten müssen mit den schwankenden Grundwasserständen zurechtkommen. Die Esche, lange Zeit die wichtigste Wirtschaftsbaumart dieser Standorte, ist aufgrund des Eschentriebsterbens nahezu komplett ausgefallen. die Stieleiche hätte das Potential, größere Teil dieser Standorte in Bestockung zu bringen. Ziel einer nachhaltigen Bewirtschaftung sollte es jedoch nicht sein, diese Baumart in Reinbeständen auszubringen, wie es bei der Esche häufig erfolgt ist. Vielmehr muss die Eiche zeitgleich mit anderen Baumarten ökologisch sinnvoll gemischt werden um das Ausfallrisiko zu senken, positive Mischungseffekte zu nutzen und die ökologische Vielfalt zu erhöhen.
Ziel des Verbundvorhabens
ist es, Wissen zu einer zukunftsfähigen, ökologisch, hydrologisch aber auch ökonomisch vorteilhaften Bewirtschaftung der Stieleiche auf Nassstandorten zu sammeln und zu generieren. Dies geschieht in drei Teilvorhaben:
- Waldbau und Ökonomie (Landesforst MV, Sachgebiet Waldbau und Waldwachstum)
- Wasserhaushalt (Universität Rostock, Agrar-und Umweltwissenschaftliche Fakultät)
- Dendrochronologie (Universität Greifswald, Arbeitsgruppe Landschaftsökologie und Ökosystemdynamik)
Die Untersuchungen erfolgen in Stieleichen Rein- und Mischbeständen in Mecklenburg-Vorpommern auf 54 Versuchsflächen, die in mittelalten und alten Waldbeständen angelegt werden. Hinzu kommt eine neu zu begründende Demonstrationsfläche auf einem vernässten Ackerstandort.
Dieses Wissen soll neben englischsprachige Veröffentlichungen für die Wissenschaftsgemeinde und deutschsprachige Artikeln und Vorträgen für die Forstwirtschaft und den Naturschutz vor allem auch den regionalen Bewirtschaftern, Naturschutzverbänden und Umweltbehörden und anderen Nicht-Fachleuten zugänglich gemacht werden. Dazu werden drei Verwertungs-Highlights realisieren.
- Ein Leitfaden in Form eines verständlichen praxisnahen Heftes
- Zwei Waldbaulehrflächen mit Schautafeln ausgewählt aus den Versuchsflächen als Exkursionsmöglichkeiten und über das Projekt hinauslaufende Betreuung und Monitoring für langfristigen Erkenntnisgewinn und weiterführende Wissensvermittlung
- eine 5-ha neuaufgeforstete Demonstrationsfläche mit Mischungen der Stieleiche mit fünf weiteren Baumarten und idealisierten Mischungsanteilen zur Darstellung derzeit noch nicht realisierte Mischungsformen.
Die Landesforst M-V betreut das erste Teilvorhaben, die Aspekte Waldbau und Ökonomie.
HydroForMix Erstaufforstungsfläche
im Dezember 2022
Förderung: Dieses Projekt wird aus dem Waldklimafonds der Bundesministerien für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) und für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz (BMUV) gefördert. Die Fachagentur für Nachwachsende Rohstoffe (FNR) nimmt die Rolle des Projektträgers ein.
Kooperationspartner:
• Landesforst Mecklenburg-Vorpommern, Forstliches Versuchswesen (BT FVI)
• Universität Rostock - Professur für Bodenphysik und Ressourcenschutz
• Universität Greifswald - Landschaftsökologie und Ökosystemdynamik
Förderkennzeichen: 2220WK68A4
Laufzeit: 01.04.2022 - 31.03.2027

HydroForMix wurde im Rahmen des Wettbewerbs zur UN-Dekade für die Wiederherstellung von Ökosystemen in der Kategorie "Moor und Feuchtgebiete" als herausragendes Beispiel ausgezeichnet.
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