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Forschung

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Quantifizierung des Dauerwaldes für die regionalen Verhältnisse Mecklenburg-Vorpommerns

quader

Hintergrund des Projektes

Ab dem Jahr 2022 sollen gemäß der Ivenacker Erklärung vom 09.09.2021 die Wälder der Landesforstanstalt Mecklenburg-Vorpommern nach den Grundsätzen des Dauerwaldes bewirtschaftet werden. Der Dauerwald ist ein waldbauliches Konzept und stammt von dem Eberswalder Professor Alfred Möller. Im Mittelpunkt dieses Ansatzes stehen das ökologische Gleichgewicht und die langfristige Stabilität des Waldökosystems, die Bodengesundheit, eine vielfältige Bestockung, strukturelle Heterogenität sowie ein flächendeckender Holzvorrat zur Sicherstellung einer nachhaltigen Holznutzung. Der Dauerwald wird dabei, nicht durch waldwachstumskundliche Maßzahlen – wie etwa beim Plenterwald – definiert, sondern als qualitative Beschreibung grundlegender waldbaulicher Prinzipien verstanden (vgl. ANW MV, 2013).

Diese Dauerwald-Prinzipien können je nach forstlicher Lehre unterschiedlich interpretiert und in der Praxis umgesetzt werden, was häufig zu Diskussionen und fachlichen Kontroversen führt. Neben der forstlichen Bewirtschaftung haben auch die naturräumlichen Gegebenheiten – insbesondere Standortsverhältnisse und Baumartenzusammensetzung – einen maßgeblichen Einfluss auf die Ausbildung von Dauerwaldstrukturen in der Fläche. Somit ist auf Betriebsebene in der Regel nie eine „vollständige“ Dauerwaldstruktur anzutreffen. Statt eines klaren „Ja“ oder „Nein“ hinsichtlich der Dauerwaldeigenschaft eines Waldes, zeigen sich in der Fläche stets unterschiedlich stark ausgeprägte dauerwaldartige Strukturen.

Der Dauerwaldgedanke ist ein leitendes Prinzip für die wirtschaftlichen Maßnahmen der Betriebsführung, und seine sinngemäße Verfolgung wird unter den verschiedenen Verhältnissen zu Waldbildern führen, die ebenso grundverschieden voneinander sind, wie diejenigen, die heute vorliegen und von denen wir ausgehen.

A. MÖLLER.

LIDAR

3D-Laser Daten eines Versuchbestandes 

Diese graduellen Unterschiede von dauerwaldartigen Strukturen müssen bei einer Bewertung von dauerwaldartigen Beständen berücksichtigt werden. Bisher fehlt es allerdings an einem waldwachstumskundlichen Referenzrahmen wie dauerwaldartige Wälder in Mecklenburg-Vorpommern und im speziellen der Landesforstanstalt aussehen könnten.

Ziele und Projektablauf

Ziel des Projekts QuaDer ist es, erstmals für Mecklenburg-Vorpommern waldwachstumskundliche Kennzahlen des Dauerwaldes auf Grundlage vorhandener Bestände zu definieren.
Der entstehende Referenzrahmen soll es der Landesforstanstalt M-V ermöglichen, ihr forstliches Handeln im Kontext der Dauerwaldbewirtschaftung objektiv zu analysieren und gezielt auszurichten.

Hierfür gliedert sich das Projekt Quader in drei Teilziele

  1. Lokalisation idealer Dauerwaldbestände in M-V und anschließende Evaluation
  2. Ableitung waldwachstumskundlicher Kennzahlen (Vorrat, Strukturindizes, Verjüngsflächen etc.) der Dauerwaldbestände und die Bestimmung des Referenzrahmens.
  3. Identifikation von Informationsquellen in bestehenden Datensystemen, welche die definierten Kennzahlen bereits heute schon abbilden.
    z.B.. DSW2, Wildwirkungsmonitoring, Luftbilddaten sowie Laserscanndaten

(1) Zunächst werden im Land Wälder identifiziert, die als ideale Beispiele für Dauerwälder dienen sollen. Diese Auswahl erfolgt im Sommer 2025. Gerade in dieser Projektphase ist das Projekt darauf angewiesen, dass engagierte Försterinnen und Förster in MV dauerwaldartige Bestände kennen und diese dem Projekt melden. Die Bestände sollten mindestens einen Hektar groß und durch mindestens eine der Baumarten Buche, Eiche, Kiefer, Douglasie „geprägt“ sein. Diese Hauptbaumarten müssen am Bestandesaufbau maßgeblich (> 60 %) beteiligt sein um eine bessere Vergleichbarkeit zu Beginn zu gewährleisten. 

Anschließend werden die ausgewählten Bestände durch ein Team von Mitarbeiter der Landesforstanstalt evaluiert. Dabei wird mit Blick auf die Dauerwaldgrundsätze geprüft, inwieweit ein Konsens zu den Waldbildern besteht. Gerade diese Phase ist besonders spannend, weil jeder unterschiedlich geprägt ist und seinen eigenen „Rucksack an Waldbildern“ mit sich trägt.

(2) In der zweiten Projektphase werden die Bestände waldwachstumskundlich vermessen und Kennzahlen wie Vorrat, Erntemengen und Verjüngungsfläche abgeleitet. Die aufgenommenen Werte der Dauerwaldflächen werden dann mit Kennzahlen von ertragskundlichen Versuchsflächen verglichen. Darauf aufbauend können für den Dauerwald der Landesforst Wertebereiche definiert werden, sowohl für ganz klassische, forstliche Parameter wie Vorrat, aber auch für neue Kennzahlen zum Beispiel Strukturindizes. Diese können dann später als Referenz für die Bewirtschaftung dienen. 

(3) In einem letzten Schritt wird geprüft, welche Informationsquellen in den bestehenden Datensystemen der Landesforst MV existieren, die definierten Kennzahlen bereits heute abbilden. Hierbei sollen insbesondere der Datenspeicher Wald DSW, die Daten des Wildwirkungsmonitorings, als auch Luftbild- und Laserscan-Daten genutzt werden.

Ein Großteil der Ergebnisse soll bis Mai 2027 vorliegen, aber schon bis dahin soll das Projekt die waldbaulichen Anstrengungen der Landesforstanstalt MV begleiten und als Austauschforum dienen.

Projektlaufzeit: 01.06.2025 bis 30.05.2027

Förderung: Das Projekt wird finanziert durch die Landesforstanstalt MV.

Das Projekt QuaDer wird geleitet durch Dr. Eric Andreas Thurm, dem Sachgebietsleiter Waldbau/Waldwachstum im Forstlichen Versuchswesen MV. Frau Martha Rotermann und Herr Tore Brielmayer bearbeiten das Projekt und sind ebenfalls im Sachgebiet beschäftigt.

Kontakt

Projekt QuaDer
Telefon: 0385 6700-154
Leiter des Sachgebietes Waldbau und Waldwachstum
Dr. Eric Thurm
Telefon: 0385 / 6700 - 141
Mitarbeiter im Projekt "Quader – Quantifizierung des Dauerwaldes für die regionalen Verhältnisse Mecklenburg-Vorpommerns"
Tore Brielmayer
Telefon: 0385 / 6700154
Mitarbeiterin im Projekt "Quader – Quantifizierung des Dauerwaldes für die regionalen Verhältnisse Mecklenburg-Vorpommerns"
Martha Helene Rotermann
Telefon: 0385 / 6700 - 134