Jagdbeteiligung

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Jagdbeteiligung

in den Wäldern der Landesforst MV

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Jagdbeteiligung in den Wäldern der Landesforst MV

Jagdgäste können Jahresjagderlaubnisscheine in Pirschbezirken oder zeitlich befristete Jagderlaubnisscheine erwerben. Ebenso besteht die Möglichkeit auf männliches Rot- und Damwild der Altersklassen 3 und 4 im Rahmen von Einzelabschüssen zu jagen und an Gesellschaftsjagden teilzunehmen. Zuständig für die Beteiligung von Jagdgästen ist das Forstamt. Die Erlaubnis zur Ausübung der Jagd ist grundsätzlich entgeltpflichtig. Details sind den Entgeltbestimmungen zu entnehmen.

Die Mitarbeiter:innen in den Forstämtern informieren gerne über die Möglichkeiten, Details und Kosten.

Jahresjagderlaubnisscheine ermöglichen die Jagdausübung als Jagdgast in einem Verwaltungsjagdbezirk des Landes Mecklenburg-Vorpommern während des ganzen Jagdjahres. Sie werden vom Forstamt in der Regel an revierlose Jäger vergeben, wobei diese die Gewähr dafür bieten müssen, dass sie den von der Verwaltungsjagd an sie gestellten Ansprüchen gerecht werden. Inhaber:innen eines entgeltlichen Jahresjagderlaubnisscheins sind im Erlaubnis ausstellenden Forstamt von einer Standgeldzahlung bei Gesellschaftsjagden befreit.

Der Antrag auf Vergabe eines Jahresjagderlaubnisscheines ist formlos beim gewünschten Forstamt zu stellen. Die Forstamtsleiter:innen entscheiden als Jagdleitende selbstständig über die Vergabe von Jagderlaubnisscheinen. Ein Rechtsanspruch darauf besteht nicht.

Die Höhe des Erlaubnisentgelts bestimmt sich nach den vorkommenden Wildarten und der Jagdergiebigkeit des Eigenjagdbezirkes, in denen die Einweisung des Jagdgasts erfolgt. Für Jugendliche bis zum vollendetem 21. Lebensjahr ermäßigen sich die Entgelte um 50 vom Hundert.

Folgende Kategorien sind zu unterscheiden:

A: Eigenjagdbezirke, in denen Nieder-, Raub-, Reh-, Schwarz- und Muffelwild erlegt werden darf ab 600 Euro

Feldhase, Federwild, Raubwild

  • Rehwild (alle Altersklassen)
  • Schwarzwild (alle Altersklassen)
  • Muffelwild (jedoch nur Schafe, Schmalschafe, Lämmer und Jährlinge)

B: Eigenjagdbezirke, in denen neben den unter A) genannten Wildarten Rot- und/oder Damwild erlegt werden darf ab 800 Euro

Kategorie B: wie Kategorie A zuzüglich

  • Tiere, Schmaltiere und Kälber des Rot- und Damwildes,
  • Rot- und Damhirsche der Altersklasse bis einschließlich 2

Es besteht die Möglichkeit, durch entsprechend hohe Abschusszahlen bei den wiederkäuenden Schalenwildarten, bis zu maximal 50% Minderung des Jahresjagderlaubnisscheinentgelts für das Folgejahr zu erzielen.

(Entgelte zzgl. geltender Umsatzsteuer)

Der zeitlich befristete Jagderlaubnisschein ermöglicht die Jagdausübung in einem Pirschbezirk für den Zeitraum von drei Tagen bis mehreren Wochen. Sie werden auf Antrag direkt von den Forstämtern vergeben. Die Höhe des Erlaubnisentgelts bestimmt sich nach der Dauer der Jagderlaubnis und den vorkommenden Schalenwildarten.

Kategorie I Reh-, Muffel- und Schwarzwild

  • drei Tage 100 Euro
  • eine Woche (bis zu 7 Tage)  200 Euro
  • jede weitere Woche 100 Euro

Kategorie II Reh-, Muffel- , Schwarz- sowie Dam- und/oder Rotwild

  • drei Tage 200 Euro
  • eine Woche (bis zu 7 Tage)  300 Euro
  • jede weitere Woche 100 Euro

Alle Entgelte zzgl. geltender Umsatzsteuer

Freigegeben wird im Rahmen des Abschussplanes für den Eigenjagdbezirk weibliches Schalenwild und männliches Schalenwild der Altersklassen 0 und 1 sowie Raub- und Federwild.

Gesellschaftsjagden werden von den Forstämtern zur Wildbestandsregulierung organisiert. Auf Antrag können Jagdgäste an diesen Jagden gegen Zahlung eines Entgelts (Standgeld) teilnehmen. Das Forstamt entscheidet im Rahmen der Möglichkeiten über die Teilnahme an Gesellschaftsjagden. Ein Rechtsanspruch darauf besteht nicht.

Durch die Jagdleitenden kann auf einer Gesellschaftsjagd folgendes Wild zum Abschuss freigegeben werden:

  • Raubwild
  • weibliches Schalenwild sowie
  • männliches Schalenwild der Altersklassen 0, 1 und 2.

Jagdgäste haben pro Jagdtag ein Standgeld, dessen Höhe mindestens 50 Euro beträgt, an das zuständige Forstamt zu zahlen. Die gesetzliche Umsatzsteuer ist in diesem Betrag enthalten. Im Standgeld ist der Erlegungsaufwand für alles freigegebene weibliche Wild und männliche Wild der Altersklassen 0 und 1 und Raubwild enthalten.

Von einer Standgeldzahlung sind befreit:

  • Gäste der Landesforst MV
  • Inhaber:innen eines Jahresjagderlaubnisscheines im erlaubnisausstellenden Forstamt
  • Bedienstete der Forstbehörden des Landes
  • Ehemalige Bedienstete der Landesforstverwaltung, die aus dem Dienstverhältnis heraus in den Ruhestand getreten sind
  • Von den Jagdleitenden bestimmte Jagdgäste, deren Teilnahme für die Durchführung der Gesellschaftsjagd erforderlich ist.

Sicherheitsbestimmungen für Gesellschaftsjagden

Im Sinne vorbeugender Gefahrenabwehr gelten für die Jagdausübung in Verwaltungsjagdbezirken des Landes M-V nachfolgende Sicherheitsvorschriften.

Bei Gesellschaftsjagden (mehr als zwei Schützen) müssen sich alle an der Jagd unmittelbar Beteiligten deutlich farblich von der Umgebung abheben. Als deutliche Abhebung gelten:

  • bei Treiber:innen, Hundeführenden und anderen Jagdhelfer:innen das Tragen von Oberkörperbekleidung oder Brust- und Rückenumhängen in gelber oder orangeroter Signalfarbe,
  • bei Treiber- und Durchgehschießenden das Tragen von Oberkörperbekleidung oder Brust- und Rückenumhängen in gelber oder orangeroter Signalfarbe sowie von Kopfbedeckung in orangeroter Signalfarbe oder mit signalfarbenem Hutband sowie
  • bei Standschießenden das Tragen von Oberkörperbekleidung oder Brust- und Rückenumhängen in gelber oder orangeroter Signalfarbe sowie von Kopfbedeckung in orangeroter Signalfarbe oder mit signalfarbenem Hutband.

Die vorgeschriebene Signalbekleidung hat jede/r Schießende selbst vorzuhalten.

In den Verwaltungsjagdbezirken des Landes besteht die Möglichkeit, als Jagdgast auf einzelne Stücke die Jagd auszuüben. Mit Ausnahme der Erlaubnis auf Einzelabschüsse für Rot- und Damwild der Altersklassen 3 und 4 muss grundsätzlich, auch bei Antragstellung auf einen Tagesjagderlaubnisschein oder auf eine bestimmte Wildart und Altersklasse, ein zeitlich befristeter Jagderlaubnisschein gelöst werden.

Einzelabschüsse werden auf Antrag direkt von den Forstämtern vergeben. Ein Rechtsanspruch darauf besteht nicht. Die Jagdgäste werden in die normale Jagdorganisation des Forstamtes integriert und bei Abschussfreigaben auf Trophäenträger der Altersklassen 3 und 4 der Wildarten Rot- und Damwild geführt.

Auf Wunsch, kann bei anderen Wildarten auf bestimmte Trophäenträger ab der Altersklasse 2, eine Führung gegen Entgelt erfolgen.

In den Verwaltungsjagdbezirken besteht die Möglichkeit, als Jagdgast auf männliches Rot – und Damwild der Altersklassen 3 und 4 im Rahmen von Einzelabschüssen zu jagen.

Vor der Jagdausübung auf männliches Rotwild der AKL. 3 und 4 ist ein Zulassungsentgelt von 500 Euro zuzüglich der geltenden Umsatzsteuer zu entrichten. Vor der Jagd auf männliches Damwild der Altersklassen 3 und 4 ist ein Zulassungsentgelt in Höhe von 300 Euro zuzüglich der geltenden Umsatzsteuer zu entrichten. Bei Jagderfolg ist ein Jagdbetriebskostenbeitrag zuzüglich der geltenden Umsatzsteuer zu zahlen.

Erlegt der Jagdgast auf eigenen Wunsch mit Zustimmung des Forstamtsleiters anstelle des beantragten ein anderes Stück Wild, erfolgt keine Verrechnung des Zulassungsentgelts.

Das Zulassungsentgelt ist nach Erlegung, Fehlschuss, erfolgloser Nachsuche auf ein vom Jagdgast krankgeschossenes Stück oder zehn Jagdansitzen in einer Zeit von sieben Tagen abgegolten. Eine Rückerstattung von gezahltem Zulassungsentgelt, wenn der vorgesehene Jagdeinsatz nicht wahrgenommen wird, erfolgt nicht.

Die Erlegung von schwer krankem oder nicht von Erlaubnisinhaber:innen krankgeschossenem Wild durch den Erlaubnisinhaber:innen berührt das Recht auf Einzelabschüsse nicht. In einem solchen Fall kann er jedoch die Trophäe gegen Zahlung des Jagdbetriebskostenbeitrags erwerben.

Zur Jagd auf männliches Rot- und Damwild der Altersklassen 3 und 4 sind Jagdgäste in der Regel zu führen. Das Führungsentgelt ist für die ersten fünf Ansitze im Zulassungsentgelt enthalten. Wird der Jagdgast auf eigenen Wunsch auf anderes Wild geführt, ist für jede angefangene Führungsstunde ein Entgelt von 50 Euro zuzüglich der geltenden Mehrwertsteuer zu zahlen.

Wildart Altersklasse € / Stück
Rotwild Kälber, Schmal- und Alttiere 50,-
  Hirsche der Altersklasse 1 70,-
  Hirsche der Altersklasse 2 250,- 
  Hirsche der Altersklasse 3 und 4 Gramm x 0,50 €
Damwild Kälber, Schmal- und Alttiere 40,-
  Hirsche der Altersklasse 1 60,-
  Hirsche der Altersklasse 2 200,-
  Hirsche der Altersklasse 3 und 4 Gramm x 0,50 €
Schwarzwild Frischlinge ab 15 kg und Überläufer 40,-
Einzeljagd Bachen der Altersklasse 2 60,-
  Keiler Altersklasse 2 mind. 300,- €*
Schwarzwild Frischlinge ab 15 kg und Überläufer 0,-
Drückjagd Bachen der Altersklasse 2 0,-
  Keiler Altersklasse 2 0,-
Muffelwild Lämmer, Schmalschafe und Schafe 40,-
  Widder Altersklasse 1 70,-
  Widder ab der Altersklasse 2 cm x 10,- €**
Rehwild Kitze, Schmalrehe und Ricken 25,-
  Rehböcke Altersklasse 1 40,-
  Rehböcke Altersklasse 2 mind. 100,- €*

Der Landesforst MV obliegt eine Vorbildfunktion hinsichtlich der Einhaltung der jagdrechtlichen Vorschriften und bei der praktischen Jagddurchführung, vor allem auch in Bezug auf Sicherheit, Tierschutzgerechtigkeit und Wildbrethygiene.

Deshalb fordert die Landesforst MV von allen teilnehmenden Jäger:innen einmal jährlich den Nachweis des fortbestehenden und hinreichenden Erhalts der Schießfertigkeit.

Geschossen wird, entsprechend  der Jagdprüfungsordnung für Mecklenburg-Vorpommern auf die Rehbockscheibe und auf den laufenden Keiler mit für Schalenwild zugelassenen Büchsenpatronen. Eine Vorgabe der zu erzielenden Treffer und Ringe erfolgt nicht.

Der Nachweis kann sowohl auf allen, für das jagdliche Schießen zugelassenen, Schießständen als auch in Schießkinos erbracht werden. Die Bestätigung erfolgt durch die zuständigen Schießleitenden in einem Schießnachweisheft. Wir empfehlen die Mitführung mit dem Jagdschein.

Für Jagdgäste ist der Nachweis der Schießfertigkeit Voraussetzung für die Ausübung der Jagd in der Landesforst MV.

Verwendung bleifreier Munition

Um eine unbedenkliche Abgabe an Verbraucherinnen und Verbraucher von Wildbret ohne bleihaltige Rückstände durch den Beschuss des Wildes zu gewährleisten, ist seit dem Jagdjahr 2014/2015 die Verwendung bleihaltiger Jagdgeschosse in den Verwaltungsjagdbezirken der Landesforst MV nicht mehr gestattet. Dies gilt sowohl für Bedienstete als auch für alle Dritten, die an der Jagd beteiligt werden.

Ansprechpartner

Sachbearbeiter für Waldbau, Zertifizierung, Jagd
Jörg Sündermann
Telefon: 03994 / 235 - 224