Rund um den Kastorfer See
Rund um den Kastorfer See,
oder: Zu Besuch
bei der „weißen Hexe“
Kurzinfo
- Rundweg
- Dauer ca. 2 Stunden
Tollenser
- Ein slawischer Stamm, der vom 10. bis 12. Jahr- hundert nordwestlich des Tollensesees im heutigen Mecklenburg- Vorpommern siedelte.
- In den St. Gallener Annalen zum Jahr 955 wurden die Tollenser erstmals urkund- lich erwähnt.
- Die Burgwallanlage im Kastorfer See diente wohl als Wohnstätte und befestigter Marktort.
Von oben betrachtet ein ziemlich skurriles Gebilde: der Kastorfer See, Über- bleibsel der letzten Eiszeit, ein ökologisches Juwel in einer ansonsten stark ausgeräumten Landschaft. Ich mag den besonderen Charme des Ortes. Seine wilden Ufer und die beiden Badestellen sind ein Traumrevier für Hauben- taucher, Ruderbootmatrosen, Sonnenanbeter und Angler. Die Ufer an Ost- und Nordseite sind bewaldet mit Rotbuchen, Eichen, Birken, Erlen, Fichten, Lärchen und Waldkiefern verschiedenen Alters. Sie bilden den Wildberger Forst. Am nördlichen Ende steht die Alte Försterei, mittlerweile in Privatbesitz und erweitert um zwei Ferienhäuser. West- und Südufer sind teils landwirtschaftlich geprägt, teils mit Roterle und Gemeinem Hasel wild bewachsen. Hecken aus Weißdorn, Schlehe, Pfaffenhütchen und Feldahorn umrahmen das Gebiet.
Ein Highlight ist die geschichtsträchtige Burgwallinsel in der Mitte des Sees. Einer alten Sage zufolge treibt dort eine „weiße Hexe“ ihr Unwesen. Wehe, jemand stört sie! Archäologische Untersuchungen legen nahe, dass die Insel im Mittelalter eine Wehranlage gewesen ist. Die Tollenser sollen hier ihren Stammesmittelpunkt gehabt haben. Damals verlief eine Brücke vom Westufer zur Insel und weiter von der Insel zum Ostufer. Heute sieht man von all dem nichts mehr. Dafür wachsen mächtige Vogel- kirschen und eine Gruppe phänomenaler Rosskastanien, deren abgeknickte Äste bis auf den Boden reichen. Dort bildeten sie eigene Wurzeln, aus denen neue Bäume sprießten. Es sieht so aus, als wäre die Gruppe aus einem einzigen Baum entstanden.


