Forstplanung

header-forstplanung

Forstplanung

Aufgaben des Fachgebietes

 

1.) Forstliche Standortskartierung

Erfassung, Bewertung sowie kartografische und schriftliche Dokumentation der Waldstandorte. Der Arbeitsmaßstab beträgt1:5.000, der Ausgabemaßstab beträgt 1:10.000.

Folgende Parameter werden untersucht: Klima-, Boden-, Wasser-, Relief-, Humus- und Immissionsform.

Die Ergebnisse liegen in analoger oder digitaler Form für ca.75 % der Wälder vor. Zu den Standortskarten liegen getrennt nach Forstämtern Erläuterungsbände mit folgenden Informationen vor: Naturräumlicher Überblick, Wald- und Siedlungsgeschichte, Ergebnisse der Standortskartierung mit Auswertung der Boden-, Relief-, Wasser- und Humusformen, forstökologische Bewertung der Standorte nach Stamm-Standortsformengruppen und waldbauliche Empfehlungen.


2.) Bearbeitung der forstlichen Naturraumkarte

Die forstliche Naturraumkarte liegt landesweit digital und flächendeckend auch für Gebiete außerhalb des Waldes vor. Sie ist abgeleitet aus der forstlichen Standortskarte, der Karte der mittelmaßstäblichen landwirtschaftlichen Kartierung und der geologischen Karte und enthält Informationen zu den Parametern Substrat, Nährkraft, Wasserhaushalt, Relief und Klima. 
Der Arbeitsmaßstab beträgt 1:25.000, der Ausgabemaßstab beträgt 1:50.000.


3.) Bearbeitung der Wald-FFH-Gebiete

Details zur FFH-Bearbeitung finden Sie unter Naturschutz / FFH.


4.) Erstellung und Prüfung von Standortsgutachten für Erstaufforstungs- und Umwandlungsflächen

Das Fachgebiet erstellt und prüft im Rahmen der forstlichen Förderung Standortsgutachten für Erstaufforstungen und Flächen, die langfristig in eine Laubholzbestockung überführt werden sollen. Die Kosten für die eigene Gutachtenerstellung regelt die Forstkostenverordnung des Landes M-V.


5.) Erstellung von Fachbeiträgen zur Waldverträglichkeit von Anlagen nach BimschG

Im Rahmen der öffentlichen Beteiligung erstellt das Fachgebiet Beiträge zur Waldverträglichkeit von Tierhaltungs-, Müllverbrennungs- und Kraftwerksanlagen.


6.) Sonstige Stellungnahmen und Fachbeiträge

Das Fachgebiet erstellt Stellungnahmen und Fachbeiträge zu Themen wie gutachterliche Landschaftsrahmenplanung, Moorrenaturierung und Planungen in Großschutzgebieten.


7.) Ausbildung von Forstreferendaren, Forstinspektoranwärtern und Praktikanten

Neben der turnusmäßigen Ausbildung des forstlichen Nachwuchses besteht die Möglichkeit, standortskundliche Praktika zu absolvieren. Hier werden Kenntnisse zur Standortsansprache und –bewertung sowie zu FFH-Waldlebensraumtypen und gesetzlich geschützten Biotopen im Wald vermittelt.


8.)  Betreuung von Fach- und Hochschulabschlussarbeiten

Das Fachgebiet begleitet wissenschaftliche Arbeiten von Universitäten und Hochschulen zu bodenkundlichen, vegetationskundlichen, naturräumlichen und landschaftshistorischen Themen.


9.) Bodendatenbank

Es ist vorgesehen alle verfügbaren Boden- und Vegetationsdaten in einer Datenbank vorzuhalten. 
Die Dateneingabe befindet sich noch am Anfang.

Publikationen entnehmen Sie bitte unseren Fachveröffentlichungen.

Aufgaben:

  • Erarbeiten der Forsteinrichtungswerke im Anstalts- und Landeswald
  • Erfassen und Aktualisieren der Waldzustandsdaten des Gesamtwaldes in Natura2000-Gebieten in Zusammenarbeit mit SG Natura 2000
  • Prüfung von Forsteinrichtungswerken im Privat- und Körperschaftswald
  • Umsetzung der Bundeswaldinventur (BWI) in Mecklenburg-Vorpommern
  • Datenhaltung zum Waldzustand für den Gesamtwald in Mecklenburg-Vorpommern nach einheitlichen Grundsätzen (Hoheits-DSW2)

 

Die Forsteinrichtung in Mecklenburg-Vorpommern

Planvoll nachhaltig

Laut Definition der Ministerkonferenz zum Schutz der Wälder in Europa im Jahr 1993 ist nachhaltige Waldbewirtschaftung eine Wirtschaftsweise, welche die biologische Vielfalt, die Produktivität, die Verjüngungsfähigkeit, die Vitalität und die Fähigkeit erhält, gegenwärtig und in Zukunft wichtige ökologische, wirtschaftliche und soziale Funktionen auf lokaler und nationaler Ebene zu erfüllen sowie anderen Ökosystemen keinen Schaden zufügt.

Kurz gesagt, es werden vom Wald nur so viele Leistungen in Anspruch genommen, wie sie dauerhaft und optimal zur Verfügung stehen.

Wie wird festgestellt, was zur Verfügung steht?

Hier kommt die Forsteinrichtung ins Spiel. Sie ist Planungs- und Führungsinstrument eines Forstbetriebs und dient als Kontrollinstrument für den vorausgegangenen Zeitraum. Dieser sogenannte Planungszeitraum beträgt in der Regel 10 Jahre. Neben dem wirtschaftlichen Nutzen des Waldes (Nutzfunktion) wird auch dem Erhalt der Schutz- und Erholungsfunktion des Waldes durch die Forsteinrichtung Rechnung getragen.
Da es sich dabei um einen solch wichtigen Nachweis im Rahmen der Nachhaltigkeit handelt, ist für Forstbetriebe ab 100 ha Betriebsfläche eine Forsteinrichtung per Landeswaldgesetz vorgeschrieben (§ 11 (4) LWaldG MV)

Aber was genau ist die Forsteinrichtung?

Die Forsteinrichtung befasst sich mit der Inventur des Waldes sowie der Planung seiner Bewirtschaftung für den nächsten 10-Jahres-Zeitraum. Der Wald wird in Bewirtschaftungseinheiten (Bestände) eingeteilt. Für jeden dieser Waldbestände werden Daten z.B. zu Baumarten, dem Baumalter, den Höhen und Stammdurchmessern erfasst. Außerdem wird das vorhandene Kartenmaterial aktualisiert, z. B. der Verlauf der Wege, Waldbestandsgrenzen. Das neu erstellte Kartenmaterial verschafft dabei eine gute Übersicht und ist darüber hinaus Grundlage der öffentlich einsehbaren Forstgrundkarte.
Die erfassten Daten werden digital verarbeitet und auf Grundlage der Inventurdaten werden z. B. der Holzvorrat sowie der Holzuwachs ermittelt.
Art und Umfang dieser Inventur und Planung wird in den „Anforderungen an Forsteinrichtungswerke für Privat- und Körperschaftswaldbesitz in Mecklenburg-Vorpommern“ näher beschrieben. In diesen
Anforderungen werden die Mindeststandards gesetzt, nach denen die Forsteinrichtung aufgebaut sein muss. Die Einhaltung dieser Standards wird durch die Landesforstanstalt überwacht.
Das Fachgebiet Forsteinrichtung führt diese Inventur für den Anstalts- und Landeswald durch.

Die Einrichtung des Landeswaldes

Neben den oben beschriebenen Daten für den Baumbestand selbst sind eine ganze Reihe von Faktoren für die eigentliche Waldbehandlung entscheidend. So werden darüber hinaus wichtige ökologische Merkmale wie die Menge des Totholzes oder die Gestaltung der Waldränder aufgenommen. Bestände, die gewisse Mindestanforderungen erfüllen, können zu Altholzinseln erklärt werden und dann ohne weitere forstwirtschaftliche Behandlung in Ruhe alt werden. Außerdem sind örtliche Gegebenheiten, also der Standort zu beachten und Waldfunktionen, wie unter anderem besonders geschützte Biotope, Naturschutzgebiete oder Lebensraumtypen zu sichern.
Unter Berücksichtigung all dieser Aspekte und der Waldbau-Strategie des Landes werden die durchzuführenden Maßnahmen geplant.
Hierbei geht es einerseits um die zu erwartende Holzerntemenge, andererseits um Maßnahmen zum Walderhalt, zur Waldpflege und zur Anpassung an mögliche Klimawandelszenarien durch die Verbesserung der Waldstruktur und Entwicklung von stabilen Mischwäldern. Hierunter zählen beispielsweise Pflegehiebe zur Steigerung der Holzqualität und Steuerung der Baumartenmischung, Hiebsmaßnahmen zur Strukturierung und Auflockerung des Bestandes, um eine natürliche Verjüngung des Waldes zu steuern oder die Pflanzung von Mischbaumarten.
Die Planung der Forsteinrichtung wird durch das Forstamt und den örtlich zuständigen Revierleiter schrittweise in der jährlichen Wirtschaftsplanung umgesetzt.

Die Ergebnisse der Forsteinrichtung – Grundlagen des forstlichen Handelns

Die Forsteinrichtung wird für jedes Forstamt einzeln durchgeführt, so dass nicht der gesamte Landeswald zeitgleich untersucht wird, sondern immer nur eine Handvoll Forstämter im Land verteilt. So wird dennoch alle 10 Jahre der gesamte Landeswald neu inventarisiert und mit einer mittelfristigen Planung versehen. Dadurch wird kontinuierlich ein umfangreicher und aktueller Datenbestand zum Zustand und Aufbau des Waldes bereitgestellt. Diese Daten werden im Datenspeicher Wald 2 (DSW2) erfasst. Der DSW2 ist eine Datenbank, in welche die neuen Inventurdaten einfließen. Darüber hinaus werden aber auch jährliche Fortschreibungen anhand von Rechenmodellen vorgenommen, sowie der Vollzug der geplanten Maßnahmen eingearbeitet. Dies erlaubt eine Vielzahl statistischer Auswertungen und eine tagesaktuelle Übersicht über den Zustand des Waldes, wodurch der DSW2 die Grundlage für Planung und Steuerung einer nachhaltigen Forstwirtschaft bildet. Entwickelt als leistungsfähiges Werkzeug für den Forsteinrichter und die Steuerung des Forstbetriebs wird der DSW2 seit Jahren erfolgreich in den Forsten Brandenburgs und Mecklenburg-Vorpommerns eingesetzt.

 

Forsteinrichtung

Die Bundeswaldinventur – Eine Inventur im großen Stil

Genau wie die Forsteinrichtung auf Landesebene findet die Bundeswaldinventur (BWI) alle 10 Jahre statt, jedoch auf der gesamten Waldfläche Deutschlands gleichzeitig. Dabei ist die Umsetzung dieser Inventur Sache der einzelnen Bundesländer (§ 41a BWaldG). Für das Land Mecklenburg-Vorpommern ist das Fachgebiet Forsteinrichtung mit dieser Aufgabe betraut.

Anders als bei der Forsteinrichtung des Landeswaldes werden nicht alle Waldbestände erfasst, sondern es wird ein festes Punktraster über die gesamte Bundesfläche gelegt, welches je nach Waldanteil oder gewünschter Datenmenge in den Bundesländern noch verdichtet werden kann. An jedem dieser Rasterpunkte liegen jeweils vier Inventurpunkte und an jedem Inventurpunkt, der sich im Wald befindet, führt dann ein Aufnahmetrupp die Datenerhebung durch.

Dadurch kommt für das gesamte Bundesgebiet eine große Menge Daten zusammen, die über die Zeit einen guten Überblick über die Entwicklung des Waldes geben. Die letzte bundesweite Erhebung fand 2021/2022 statt (BWI4).

INTERREG IVa

Entwicklung eines grenzüberschreitenden Entscheidungsunterstützungssystems zur fernerkundungs- und modellbasierten Schätzung der Holzbiomasse in den Wäldern des Fördergebietes POMERANIA (ForseenPOMERANIA)

Das Ziel dieses von der EU geförderten Projektes besteht in der Entwicklung von Fernerkundungsmethoden zur Schätzung der Holzbiomasse in Wäldern, unabhängig von deren Artenzusammensetzung oder Bestandesstruktur. Mithilfe mathematischer Modelle sollen die Ergebnisse aufbereitet, und der Praxis in Form eines grenzüberschreitenden, webbasierten Biomasseinformationssystems zur Verfügung gestellt werden. Als interaktives Werkzeug soll es neben der Sicherung einer nachhaltigen und umweltverträglichen Holz- und Energieproduktion auch zur Gewährleistung naturschutzfachlicher Belange beitragen. Das Projekt wird von insgesamt 25 Personen aus 6 verschiedenen Institutionen in Deutschland und Polen bearbeitet. Die Leitung des Projekts hat das Landeskompetenzzentrum Forst Eberswalde.

Der Arbeitsschwerpunkt der Landesforst Mecklenburg-Vorpommern liegt in der Untersuchung forstlich relevanter Fernerkundungsverfahren, wie Luftbildinterpretation, flugzeuggetragenes Laser-Scanning, und Satellitenfernerkundung zur Überwachung der Landeswälder.

Projektzeitraum: 01.09.2011-31.03.2013.

Aufgabengebiete

„Vitalitätsüberwachung“

Ziel ist die Vitalitätsüberwachung von Waldbeständen via Fernerkundung, d. h. es soll die Frage geklärt werden, welche Daten (Luftbild-, Satelliten- oder Radardaten in verschiedener Auflösung) und welche Verarbeitungsverfahren sich für die frühzeitige Erkennung und Abschätzung forstlicher Schadereignisse am besten eignen. Die Hauptdatengrundlagen liefern landeseigenen Luftbildbefliegungen (Landesvermessungsamt und Landesforst Mecklenburg-Vorpommern) und die Satelliten WorldView-2, RapidEye, TerraSAR-X, Cartosat, Terra und Aqua. Die Datenverarbeitung geschieht durch die Software ERDAS IMAGINE und ArcGIS. Die Untersuchungsgebiete liegen im FoA Karbow, FoR Retzow (Sturmschaden); im FoA Wredenhagen, FoR Satow und Biestorf (Sturm- und Hagelschaden), sowie im FoA Schuenhagen, FoR Lendershagen (Eschensterben).

„Grunddatenerhebung“

Hierbei wird geprüft, welche Grunddaten (Baumparameter) aus Fernerkundungsdaten effizient erhoben werden können. Dazu werden Verfahren aus der Photogrammetrie und Bildklassifikation angewendet. Hauptdatengrundlage hierbei sind landeseigene Luftbildbefliegungen (Landesvermessungsamt und Landesforst Mecklenburg-Vorpommern), sowie Bilder aus flugzeuggetragenem Laserscanning. Zum Einsatz kommen die Softwarepakete ERDAS IMAGINE, PHOTOMOD, ICAROS, AgiSoft PhotoScan, INPHO und ArcGIS. Das Untersuchungsgebiet dieses Projektteils liegt im FoA Lüttenhagen in den Revieren Lüttenhagen und Feldberger Hütte.

Bezeichnung Format Größe
Arbeitsbeispiele PDF 2,11 MB

Publikationen und Dokumente

Sonstiges

Anleitung für die forstliche Standortserkundung im nordostdeutschen Tiefland - SEA 95

Standortserkundungsanleitung SEA 95